THERAPIE

THERAPIE 6.19 – Blumengarten

 

Hallo Ihr Lieben zu später Stund‘!

Heute war ein Tag mit ziemlichen Höhen und Tiefen. Ich versuche die Balance zu halten und lenke mich in den Pausen zwischen den Gruppen und Gesprächen ab mit Häkeln und Musik-Hören. So gelang es mir, einen Polsterüberzug für meinen Bruder fertig zu stellen:

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In der Achtsamkeitsgruppe haben wir uns heute einen imaginären Garten zum Ausruhen geschaffen. Ich hatte schon einen und baute meinen Garten aus.

Grundsätzlich habe ich in meinem Garten nur weiße Blumen. Eine Ausnahme gibt es aber – so als wären es Tupfen in dem Weiß habe ich roten Mohn gepflanzt.

Eine Vielzahl von Blumen gibt es da. Nelken, Rosen, Callas usw.

Im hinteren Teil des Gartens steht eine weiße gemütliche Polsterbank. Ein paar Birken sind hinter der Bank und werfen einen feinen Schatten auf diese. Zwischen durch die Blätter im Windspiel schaukeln ein paar Sonnenstrahlen auf und ab.

Ein Stückchen weiter spielen zwei weiße Tauben in einem marmornen Vogelbad. Ihr Spiel miteinander zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Anmutig und auch stolz präsentieren sich die zwei.

Am Rand des Gartens ist eine große Mauer, die weiß gestrichen ist. Die Mauer ist ringsum bedeckt von einem dunkelroten Ziegeldach um vor Regen geschützt zu sein.

Ein Tor gibt aus auch in der Mauer. Dieses Tor ist fest verschlossen und den Schlüssel dazu habe nur ich.

—–

Eigentlich verweile ich in diesem wunderbaren und friedlichen Garten ganz alleine,
ich lasse Euch aber gerne ein bisschen daran teilhaben.
Vielleicht habt Ihr auch schon einen derartigen Raum für Euch geschaffen.
Wenn nicht, macht doch einfach mit!

Alles Liebe für Eure Nacht wünscht Euch
Eure
Sophie


THERAPIE-Übersicht


 

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OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GESCHICHTE 6.18 – Der Schneemann

20180118_schneemann_openS. sitzt vor ihrem Laptop und starrt den Bildschirm an. … Es fällt ihr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen…

Aber gerade deshalb, weil sie so schwer die Kontrolle über ihre Gedanken gewinnt, hatte sie sich entschlossen, zu versuchen, diese in ihrem Tagebuch festzuhalten. Sie denkt sich, wenn sie eine Art Brainstorming macht, kann sie ihre Gedanken über das geschriebene Wort visualisieren und damit ihre anderen Sinne ins nachfolgende Ordnen mit einbeziehen.

Sie schließt die Augen und konzentriert sich auf ihren inneren rasenden Gedankenfluss. Behutsam schiebt sie K. und Amy beiseite, die sich ihr aufdrängen, und sie locken, in sie hinein zu switchen. Das wäre jetzt um so vieles angenehmer. Aber S. war sich bewusst geworden, dass ihr dieses Weg-Switchen zur Gefahr geworden war. Mit all ihrer Gedankenkraft geht sie in sich, vorbei an der dunklen Gestalt und beobachtet die Bilder, die sich ihr nun eröffnen.

Im Moment sind nur vorbeiflitzende Bilder zu erkennen und nicht deren Inhalt. Mit jedem Bild, das vorbeidriftet überfällt sie ein anderes Gefühl. Unfähig, auf den Bilder- und Gefühlsstrom Einfluss zu nehmen, lässt sie passieren, was grade geschieht. Schwindel erfasst sie…

„Ein Schritt zurück“, schießt es durch ihren Kopf. Vielleicht lässt sich dann etwas Konkretes erkennen. Aber sie steht wie angewurzelt in ihrer Innenwelt vor dem Bilderkarussell und kann sich nicht bewegen. Ein tiefer Schmerz überkommt sie … fährt ihr durch den gesamten Körper… sie erschrickt bis ins Mark … „Wo ist K.? Wo ist Amy? … Hilfeee!“ schreit es in ihrem Inneren. Sie schafft es, sich umzuwenden…

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OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GESCHICHTE 5.18 – Seelenschwarzweiß

20180111_voltaire_bild_oeDer Handywecker schrillt. Es ist vierzehn Uhr.

Erschrocken schaut S. böse auf den Störenfried. Schnell setzt sie sich auf. Sie hatte bis gerade eben noch ganz vertieft in einem ihrer Jugendbücher gelesen. S. seufzt, es war so gemütlich gewesen an der Nordsee in dem kleinen Fischerhäuschen. Und Kalle, den sie gleich erwartete, um das Watt kennenzulernen…

„Ach, ja“, denkt sie, „Ohrensessel-Zeit…“

Widerwillig legt S. ihr Buch auf das Nachtkästchen. Diese Ohrensessel-Zeit ist ihr beim letzten Mal sehr nahe gegangen. Aber, S. hatte sich vorgenommen, ihren Tagesplan einzuhalten.

Obwohl … eigentlich sind ihr im Moment alle Arten von Fesseln zuwider. Und zwar deshalb so zuwider, weil sie, egal in welche Richtung sie denkt, an Grenzen stößt. Zum einen an die Grenzen der eigenen Denkfähigkeit, zum anderen an harte Mauern der gewachsenen Denkverbote und konstruierten Wahrheiten, denen S. gelernt hat eine nur für sie schlüssige Logik als Beweis zugrunde zu legen. Heute empfindet S. diese Wahrheiten als Gedanken-Konstrukte, die verhindern, dass der logische Menschenverstand einsetzt bzw irgendetwas hinterfragt oder kritisch angesehen wird.

„Nein … heute wird der Ohrensessel frei bleiben“, denkt S.

Sie legt sich wieder zurück und kuschelt sich unter ihre Decke. In ihrem Inneren herrscht Chaos. K. hatte sich wieder stark gemeldet und sie minutenweise in eine unglaublich schöne weiße Welt gelockt. S. hatte K. mit Erfolg widerstanden und hat es sich nicht erlaubt, K. zu folgen. Gelungen war S. das nur mit der Hilfe von sehr starken Medikamenten und ihrem eisernen Willen. Der Arzt hatte ihr gesagt, sie dürfe über K. nicht als Person reden, K. sei nur eine Seite von S. Verwirrt versuchte und versucht S. diesen Erwartungen gerecht zu werden, mit mäßigem Erfolg. S. verstand und versteht nicht, warum K. nicht sein darf. Von Amy, dem Kind, und von der dunklen Gestalt hatte sie noch gar nichts erzählt.

S. mag S. nicht. S. hat eine schwarze Seele und einen beschmutzten Körper, der sie Hässliches fühlen lässt. S. hat Sachen gesehen und erfahren, an die sie sich nicht mehr erinnern will. Leider passiert das immer wieder, dieses Erinnern. … Aber sie hat ja K. ….. S. kann das gut … das Hinein-Switchen in K. Weiterlesen „OHRENSESSEL-GESCHICHTE 5.18 – Seelenschwarzweiß“