OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GEDANKEN 10.18 – Seneca

Wieder einmal sitzt Sophie in ihrem Ohrensessel und hält ein Büchlein in der Hand, das sie schon einmal gelesen hat. Auf der Titelseite steht groß: Seneca, De tranquillitate animi, Über die Ausgeglichenheit der Seele.

An einer Wortfolge auf Seite 21 bleibt sie hängen:

…das Übel, an dem wir leiden, liegt nicht an den Orten [die wir bereisen], sondern an uns. Zu kraftlos sind wir, alles zu ertragen, weder fähig, Mühe, ein Vergnügen, uns selber oder überhaupt etwas länger auszuhalten. Dieser Zustand hat manchen in den Tod getrieben.

Lange grübelt sie über die Worte, „etwas länger auszuhalten“ nach.

Das ist wohl wieder ein Seelenbaustein, den sie gefunden hat, denkt sie sich und sinnt ein bisschen weiter…

 


OHRENSESSEL-GEDANKEN 9.18 – Wiederholungen

OHRENSESSEL-GEDANKEN 11.18


 

Werbeanzeigen
MALEN

MALEN 9.18 – Big Broken Heart

Seelenleben I und II
„Big Broken Heart“
und
„almost nobody cares“

20180331_big_broken_heart.jpg

Big Broken Heart
Faber-Castell Ecco Pigment Fineliner 0,1, 0,3 und 0,5 und STABILO Pen 68 auf 200 g Papier
29,7 x 21 (23,7 x 14) cm
© Sophie Atheo

20180331_almost_nobody_cares.jpgalmost nobody cares
Faber-Castell Ecco Pigment Fineliner 0,3 auf 200 g Papier
29,7 x 21 (23,7 x 14) cm
© Sophie Atheo


MALEN 8.18 – Danke

Diashow meiner Bilder

MALEN 10.18 – Dissoziation


 

OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GESCHICHTE 5.18 – Seelenschwarzweiß

20180111_voltaire_bild_oeDer Handywecker schrillt. Es ist vierzehn Uhr.

Erschrocken schaut S. böse auf den Störenfried. Schnell setzt sie sich auf. Sie hatte bis gerade eben noch ganz vertieft in einem ihrer Jugendbücher gelesen. S. seufzt, es war so gemütlich gewesen an der Nordsee in dem kleinen Fischerhäuschen. Und Kalle, den sie gleich erwartete, um das Watt kennenzulernen…

„Ach, ja“, denkt sie, „Ohrensessel-Zeit…“

Widerwillig legt S. ihr Buch auf das Nachtkästchen. Diese Ohrensessel-Zeit ist ihr beim letzten Mal sehr nahe gegangen. Aber, S. hatte sich vorgenommen, ihren Tagesplan einzuhalten.

Obwohl … eigentlich sind ihr im Moment alle Arten von Fesseln zuwider. Und zwar deshalb so zuwider, weil sie, egal in welche Richtung sie denkt, an Grenzen stößt. Zum einen an die Grenzen der eigenen Denkfähigkeit, zum anderen an harte Mauern der gewachsenen Denkverbote und konstruierten Wahrheiten, denen S. gelernt hat eine nur für sie schlüssige Logik als Beweis zugrunde zu legen. Heute empfindet S. diese Wahrheiten als Gedanken-Konstrukte, die verhindern, dass der logische Menschenverstand einsetzt bzw irgendetwas hinterfragt oder kritisch angesehen wird.

„Nein … heute wird der Ohrensessel frei bleiben“, denkt S.

Sie legt sich wieder zurück und kuschelt sich unter ihre Decke. In ihrem Inneren herrscht Chaos. K. hatte sich wieder stark gemeldet und sie minutenweise in eine unglaublich schöne weiße Welt gelockt. S. hatte K. mit Erfolg widerstanden und hat es sich nicht erlaubt, K. zu folgen. Gelungen war S. das nur mit der Hilfe von sehr starken Medikamenten und ihrem eisernen Willen. Der Arzt hatte ihr gesagt, sie dürfe über K. nicht als Person reden, K. sei nur eine Seite von S. Verwirrt versuchte und versucht S. diesen Erwartungen gerecht zu werden, mit mäßigem Erfolg. S. verstand und versteht nicht, warum K. nicht sein darf. Von Amy, dem Kind, und von der dunklen Gestalt hatte sie noch gar nichts erzählt.

S. mag S. nicht. S. hat eine schwarze Seele und einen beschmutzten Körper, der sie Hässliches fühlen lässt. S. hat Sachen gesehen und erfahren, an die sie sich nicht mehr erinnern will. Leider passiert das immer wieder, dieses Erinnern. … Aber sie hat ja K. ….. S. kann das gut … das Hinein-Switchen in K. Weiterlesen „OHRENSESSEL-GESCHICHTE 5.18 – Seelenschwarzweiß“

OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GESCHICHTE 4.18 – Beunruhigt

20180105_strichmaennchen_2„Eigenartig? Was macht die Milch im Tellerschrank? Wie lange ist die schon da drinnen?“ denkt S. Recht kalt fühlt sie sich nicht mehr an.

Sie blickt auf die Uhr und stellt verwundert fest, dass es schon 17.00 Uhr ist. Es fehlt ihr Zeit, stellt sie weiter fest. So in etwa drei Stunden. „Es war doch gerade eben noch 14.00 Uhr?“ denkt sie weiter.

Etwas ratlos und irgendwie auch erschrocken steht S. da so ein paar Minuten in ihrer Küche, ehe sie die Milch aus dem Kasten nimmt und in den Kühlschrank stellt.

Verwirrt geht S. ins Wohnzimmer und setzt sich in ihren Ohrensessel.

So was Ähnliches war ihr in den letzten Wochen schon öfter passiert, dass sie unter anderem auch Haushaltsgegenstände nicht mehr fand und dann an vollkommen unüblichen Stellen in der Wohnung wieder entdeckte.

Eine tiefe Angst beschleicht ihre Seele. „Ich bin doch nicht verrückt?“

Dieser Gedanke kam ihr im letzten Jahr schon öfter mal, aber sie verwarf ihn immer gleich wieder. Heute aber, kann sie diesen Gedanken nicht mehr wegschieben, zu sehr drängt er sich ihr auf. Und da gibt es auch noch anderes, was sie schon länger sehr beunruhigt.

Was ist das in ihrem Inneren?

Weiterlesen „OHRENSESSEL-GESCHICHTE 4.18 – Beunruhigt“

BÜCHER

BUCH 2.18 – „Die Möwe Jonathan“ von Richard Bach

Hallo ihr Lieben!
Nun komme ich endlich dazu, über meine letzte Lesereise zu berichten. Ich bin mit der Möwe Jonathan in sehr zu Herzen gehende Überlegungen und Ansichten eingeflogen. Ein kleines Hoppala gab’s gleich zu Anfang und ja, ich bin mehr als beeindruckt, aber ein paar Sachen sehe ich dann doch anders

Aber, der Reihe nach:

Weiterlesen „BUCH 2.18 – „Die Möwe Jonathan“ von Richard Bach“

OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GESCHICHTE 1.17 – Die laute Stille

Still ist es geworden um sie herum, nachdem sie sich Mauern aufgebaut hat. Mauern in alle erdenkliche Richtungen. Richtig eingemauert hat sie sich. Außerhalb dieser Begrenzungen toben die Geräusche der Welt. Aber sie ist in der Stille. Es war nicht einfach, diese Umgebungsstille zu erreichen, aber es ist ihr gelungen. Folgenschwere Entscheidungen hat sie dafür treffen müssen. Ihr überbelasteter Körper und ihre angeschlagene Psyche zwangen sie dazu. Sie musste sich von den Menschen, die ihr Leben negativ berührten, verabschieden, und sie ziehen lassen. Und sie gingen, einfach so. Übrig blieben nur drei Wesen und bei zwei von den dreien ist sie sich immer noch nicht sicher, ob sie ihr oder eher das eigene Wohl im Sinn haben bei der Begegnung mit ihr. Das will sie in der nächsten Zeit herausfinden, da diese zwei ihr persönlich sehr am Herzen liegen.

Und nun…

Sie sitzt in ihrem Ohrensessel. Ihre Augen sind geschlossen. Stille. Fast völlig zur Ruhe gekommen atmet sie tief durch. Das Wissen darum, dass sie für niemanden mehr erreichbar ist, beruhigt sie immer mehr und sie genießt das ungemein. In ihren Ohren dröhnen ihre lauten vergangenen Lebensjahre noch nach. Fast zu lange hatte sie gebraucht, zu merken, dass ihr Leben zu laut war. Eine zweijährige Ruhephase hat sie sich verordnet. Nach den vielen turbulenten Jahren, die hinter ihr liegen, hat sie ein tiefes Bedürfnis nach Einkehr in sich selbst. Weiterlesen „OHRENSESSEL-GESCHICHTE 1.17 – Die laute Stille“