THERAPIE

THERAPIE 8.19 – Walken am Morgen

 

Hallo Ihr Lieben!
Heute nehme ich euch ganz einfach mit zum morgendlichen Walken:

Es ist grade dreiviertelfünf Uhr früh, als ich aus dem Klinikgebäude trete. Kühle Luft streicht mir über die Wangen. Einen Moment bleibe ich stehen, um dieser Berührung Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist gut, denke ich. Ein bisschen spüre ich noch nach in mein Inneres. Ein Lächeln macht sich breit auf meinem Gesicht. Ein kurzes Wohlgefühl erspüre ich in meinem Bauch. Aber gleich bin ich wieder bei meinen Gedanken und Fragen von gestern. ICH?…

Dann marschiere ich los.

Ein Zwiegespräch entsteht in meinem Kopf. Der Verstand sagt mir, ich solle etwas fühlen. Ja … ich fühle schon etwas. Aber lieber ist es mir, unterhalb des Kopfes Regungen nicht zuzulassen. Habe aber gelesen, dass genau darin das Problem liegt. Ich spüre noch mehr hin: Und ich bemerke, dass für mich Körperregungen sehr negativ behaftet sind.

Einfacher ist es für mich, wenn ich komische Zustände nicht zulasse, wenn ich mich in meinem Kopf befinde … ja, das mag ich. Gedankenspiele finde ich toll. Ich lasse meinen Körper nicht sprechen. Ich beherrsche ihn.

Und genau da erahnt mein Kopf, dass da etwas nicht stimmt, dass ich genau da ansetzen muss. Das wiederum löst einen weiteren Gedankenkreisel aus, dass mir ganz schwindelig wird.

Ich will davon wegkommen und lenke meine Gedanken direkt ins Jetzt auf meine Füße, die sich abwechselnd nach vor bewegen. Gleichmäßig schreite ich dahin.

Langsam gelangt meine Aufmerksamkeit auf die mich umgebende Natur. Dusterlich ist es noch, der Himmel wolkenverhangen und es beginnt zu regnen. Ich lasse das Klinikgelände hinter mir, überquere die Straße und tauche ein in eine triefend nasse Pflanzenwelt. Von den Bäumen tropft es mächtig herab. Schwere volle Wassertropfen fallen auf meine Kappe. Ich höre sie aufprallen.

An der Wehrbrücke angelangt, übertönt das Tosen des Wassers sämtliche anderen Geräusche der Fauna und Flora, wie das Vogelzwitschern oder den Laut, der sich ergibt, wenn der Regen auf die Blätter der Bäume trifft.

Nichts anderes als das Rauschen des Wassers ist da. Ich gehe über die Brücke, halte kurz an und schaue in eine braun- bzw bronzefarbene Brühe umgeben von weißem Schaum an beiden Ufern.

Kein Lebewesen ist zu sehen. Wo sind die Enten, die tagsüber in dem Bach schwimmen? Wahrscheinlich schlafen sie noch. Oder sie sind schon am Klinikgelände unterwegs um sich Futter zu holen. Eine Kollegin füttert nämlich die Tiere mit Äpfel und Haferflocken.

Ich gehe noch bis zur nächsten Holzbrücke und lasse das laute Rauschen hinter mir. Gleichmäßig schwingen meine Zellen zum Marsch.

Dann kehre ich wieder zurück zur Klinik und starte in den Tag, voll von Neugierde auf das was heute kommen mag…

—–

Wenn ich meinen Tag weiter verfolge, merke ich, dass ich über bestimmte Dinge einfach nicht oder noch nicht schreiben kann. Er war sehr heftig, dieser vergangene Tag. Es tun sich im Moment viele Fronten auf. Natürlich kann ich nicht gleichzeitig in allen Gedanken sein, die ich habe. Ich muss filtern. Das fällt mir noch schwer. Was ich damit sagen will, ist, dass ich mir sehr gut überlege, was und wann ich was hier mitteile. Mein Ziel ist nicht, alles zu benennen und meinen Rucksack hier abzuladen. Ich möchte lieber etwas Positives da lassen. Manchmal auch etwas Lustiges oder Nachdenkliches. Viele von Euch kennen viele Gedanken schon lange, während ich erst jetzt darauf stoße. (Also, wenn es langweilig wird, einfach weiterspazieren.)

Die Therapie ist sehr hart und es geht einem so gut wie täglich an die Nieren. Also, wenn ich Positives schreibe, dann deswegen, weil ich mich gerne in diesem Bereich aufhalte. Negatives darf sein, aber ich konzentriere mich mehr auf das was gut ist, was einem beflügelt und weiter bringt.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Abend mit viel Bei-Sich-Sein und Achtsamkeit Euch selbst gegenüber.

Alles Liebe von Eurer
Sophie


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THERAPIE

THERAPIE 5.19 – Enten und Essstörung

 

Hallo Ihr Lieben!

Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch.

Ich komme grade von einem Spaziergang in der Sonne (inklusive ein bisschen Verweilen auf einer Bank).

Heute früh war ich auch schon eine halbe Stunde draußen. Ich ging eine Runde Nordic-Walken. Da ich im Moment sehr viel Hitze in meinem Körper spüre, empfand ich den kühlen Morgen als sehr wohltuend. Entsprechend meiner Therapie-Hausaufgaben konzentrierte ich mich ganz stark darauf, was ich in meinem Inneren spürte. Ich spürte ein angenehmes Gefühl in der Bauchgegend.

Dann sah ich sie, die kleinen Wesen auf dem Wasser. Da war schon mächtig was los. Enten waren da, sowohl männliche, als auch weibliche. Die männlichen Enten machten großes Geschrei. Bei näherem Beobachten merkte ich, dass drei Erpel vehement ein Weibchen und ein Nest verteidigten gegen einen Eindringling. Schon erstaunlich, was da abging.

Trotz des Kampfes, der da stattfand, war dieses Naturschauspiel einfach wunderschön zum Ansehen. Die Gefiederfarben der Wesen glitzerten durch die aufspritzenden Wassertropfen wunderschön. Die Morgensonne spielte mit all ihren unsichtbaren Tentakeln.

Und da war sie, die Freude, die ich schon länger nicht mehr so übergroß empfand. Freude und auch Begeisterung waren da.

Ganz beschwingt und voller Energie lief ich zurück zur Therapiestation. Da angekommen duschte ich und widmete mich dann mit allen Sinnen meinem Frühstück mit Müsli und Apfel.

Mit allen Sinnen? … Das versuchte ich zumindest bzw das will ich noch üben.

Lese grade zum Thema Ess-Störungen das Buch „Die Frau, die im Mondlicht aß / Die uralte Weisheit von Märchen und Mythen hilft Frauen, Ess-Störungen zu überwinden“ von Anita Johnston.

Anita Johnston, Ph.D, CEDS, ist klinische Psychologin und zertifizierte Fachärztin für Essstörungen und Supervisorin. Sie ist seit über 35 Jahren im Bereich Frauenprobleme und Essstörungen tätig (mehr über Anita Johnston).

Unter anderen Märchen ist in diesem Buch unter den ersten Kapiteln das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ zu finden, in dem zuletzt ein kleines Mädchen die Wahrheit aufdeckt.

Ich möchte zu dem Buch eigentlich nur noch das Folgende verraten:

Das Buch wird von mir nach drei Kapiteln als extrem lesenswert befunden. Insbesondere ist dieses Buch für Menschen, die mit einem gestörten Essverhalten zu kämpfen haben. In diesem Zusammenhang geht es unter anderem um die weiblichen und männlichen Elemente in uns, die aus der Balance sein können. Also auch ein Buch für Menschen, die nicht direkt an einer Essstörung leiden…

 

—–

Soweit mein heutiger Tageseinblick.
Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, aber … eins nach dem anderen!

Ich wünsche euch noch einen schönen Restsonntag mit so viel wie möglich Achtsamkeit mit euch selbst.

Alles Liebe
von eurer
Sophie
:)

 


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FOTOS

FOTO 4.18

20181222_libelle

Hallo ihr lieben Nachtschwärmer!

Gerade vorhin habe ich aus meinem Fotofundus ein ganz besonderes Foto wieder entdeckt. Das Bild entstand an der Donau Nähe Linz. Um diese Libelle in die Kamera zu bekommen, musste mich ein Freund halten, damit ich nicht ins Wasser fiel. Also mit einer Hand hielt ich mich an einem Freund fest und mit der anderen Hand führte ich die Kamera so nahe wie möglich an die Libelle heran. Klick. Und weg war sie.

Ich freute mich riesig, als ich das Ergebnis sah.

Euch allen schöne und friedliche Festtage!
Alles Liebe
von eurer
Sophie


FOTO 3.18