OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GEDANKEN 13.18 – Kraft aus der Erinnerung

 

Stille.

Mit geschlossenen Augen liege ich da und denke an die letzten Tage. Ein Durcheinander an Gefühlen hat mich hin und her gerissen. Von einem Arzttermin zum nächsten bin ich gelaufen. Und nun …

Still ist es im Raum.

In meinem Inneren vibrieren die Zellen und es ist so als ob ein Sog mich nach unten zieht.

Nein, das will ich nicht zulassen.

Stille.

Es dröhnt in meinen Ohren und der Gedankenstrom reißt nicht ab.

In der Ferne höre ich Kinderlachen … unbeschwertes Kinderlachen. Wo ist die Zeit der Unbeschwertheit geblieben? … Es ist schon sehr lange her, dass ich derartiges fühlen konnte. Oder lässt sich das Erwachsensein mit Unbeschwertheit einfach nicht verbinden?

Stille.

Die Stille umfängt mich und wirkt auf meinen Gedankenstrom beruhigend. Das Dröhnen in den Ohren nimmt ab.

Ich höre einen Uhu in der Ferne. Schuhuu. Schuhuu.

Ich erinnere mich nun doch an eine Zeit der Unbeschwertheit im Erwachsenenalter. Es war ein Sommer, schon längst vergangen, aber immer noch lebhaft in der Erinnerung verweilend. In diesem Sommer war ich jedes Wochenende in den Bergen. Mit jedem Höhenmeter, den ich bezwungen habe, nahm die Leichtigkeit zu. Es war so, als ob ich buchstäblich aus allen Problemen herausgestiegen war. Und ich erinnere mich, war der Berg bezwungen, kam unbeschreibliche Kraft in meinen Körper zurück. Federleicht fühlte ich mich dann, während des Abstiegs.

Stille.

Allein die Erinnerung an diesen aktiven Sommer gibt mir schon Kraft. Ich erinnere mich an die lauen Winde am Fuß der Berge, die durch die Blätter des Waldes rauschten. Oder an den röhrenden Hirschen, der sich anhörte wie ein brüllender Bär. Aber auch an die Stille auf einem Berggipfel, den ich ganz alleine erklomm. Nur ein paar Bienen unterbrachen mit ihrem Gesumme die Ruhe des Ortes.

Stille.

Ich atme tief ein und aus und erkenne, dass auch eine Erinnerung Kraft und Mut geben kann…

 


OHRENSESSEL-GEDANKEN 12.18 – Mutlos

OHRENSESSEL-GEDANKEN 14.18 – Idylle im alten Bauernhaus mit Seeblick


 

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OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GEDANKEN 10.18 – Seneca

Wieder einmal sitzt Sophie in ihrem Ohrensessel und hält ein Büchlein in der Hand, das sie schon einmal gelesen hat. Auf der Titelseite steht groß: Seneca, De tranquillitate animi, Über die Ausgeglichenheit der Seele.

An einer Wortfolge auf Seite 21 bleibt sie hängen:

…das Übel, an dem wir leiden, liegt nicht an den Orten [die wir bereisen], sondern an uns. Zu kraftlos sind wir, alles zu ertragen, weder fähig, Mühe, ein Vergnügen, uns selber oder überhaupt etwas länger auszuhalten. Dieser Zustand hat manchen in den Tod getrieben.

Lange grübelt sie über die Worte, „etwas länger auszuhalten“ nach.

Das ist wohl wieder ein Seelenbaustein, den sie gefunden hat, denkt sie sich und sinnt ein bisschen weiter…

 


OHRENSESSEL-GEDANKEN 9.18 – Wiederholungen

OHRENSESSEL-GEDANKEN 11.18


 

ZITATE

ZITAT 16.18 – Astrid Lindgren

Hallo ihr Lieben!

Eines meiner Lieblingszitate möchte ich euch heute ohne viel zusätzliche Worte zukommen lassen:

20180516_astrid_lindgren_schauenIn diesem Sinne wünsche ich euch Zeit für alles was ihr euch wünscht!

Alles Liebe
von
Sophie


Zitat 15.18 – Franz Kafka

Zitatenübersicht

ZITAT 17.18 – Friedl Beutelrock


 

OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GEDANKEN 9.18 – Wiederholungen

Tief in ihrem Ohrensessel versunken, die Augen geschlossen, denkt sie nach über die Lust an der Wiederholung.

Stundenlang kann sie sich ein einziges Musikstück immer und immer wieder anhören und verliert dabei nicht das Interesse daran. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass die Tonfolgen sie faszinieren. Und es muss sie gar nicht das gesamte Musikstück beeindrucken. Schon ein paar Töne im Stück können sie begeistern.

Auch beim Malen entdeckte sie diese Freude an der Wiederholung. Wobei … bei der Malerei … da tut sich im Wiederholungsprozess so einiges. Unter anderem verfeinert sich die Technik. Eine Idee birgt die nächste, und so fort.

Lange sinnt sie darüber nach, ob dieses stundenlange Wiederholen für sie wohl einen Lebenssinn darstellen könnte? Ist es etwa ihr Weg zu ganz tiefem Glücksempfinden, diese Wiederholungen dermaßen genießen zu können?

Sie beschließt, diese Gedanken und Gefühle wie einen kostbaren Schatz zu hüten…

 

© Sophie Atheo

OHRENSESSEL-GEDANKEN 8.18 – Dankbar

OHRENSESSEL-GEDANKEN 10.18 – Seneca


 

OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GEDANKEN 8.18 – Dankbar

Monatelang war sie nicht richtig in ihrem Ohrensessel gesessen. Fast hatte sie ihn vergessen. Aber heute erinnerte sie sich an schöne und auch merkwürdige Ohrensesselzeiten.

Sie setzt sich in den Ohrensessel und legt ihre Füße auf den Hocker. „Eigentlich ist es so angenehm hier“, denkt sie. Sie beschließt, wieder öfter hier zu verweilen, aber nicht mehr um einem verwirrten Geist nachzuhängen, sondern um Kraft zu tanken und sich der Dinge bewusst zu werden, für die sie dankbar sein kann.

Im Moment ist sie so dankbar dafür, dass es in ihrem Leben einen derartigen Ruheort gibt, den sie jederzeit aufsuchen kann. Wie viele Menschen gibt es wohl auf der Welt, die das nicht haben, die heimatlos umherirren, die ein karges Leben fristen…

Überaus dankbar legt sie ihren Kopf zurück. Die Morgensonne klettert immer näher an sie heran. Sie lauscht der Stille, die sie umgibt. Ein Wohlgefühl durchströmt ihren Körper und Geist.

„Ja“, denkt sie, „so ist es richtig und stimmig.“…

© Sophie Atheo

OHRENSESSEL-GESCHICHTE 7.18 – Verlust

OHRENSESSEL-GEDANKEN 9.18 – Wiederholungen


 

MOMENTAUFNAHMEN

MOMENTAUFNAHME 8.18

20180127_schmetterlinge_bearbHallo Ihr lieben und treuen Bloggerinnen und Blogger!

Nun musste ich wohl oder übel eine etwas längere Auszeit nehmen. Diese Auszeit hat mir sehr gut getan und hat mir auch einiges aufgezeigt.

Unter anderem erkannte ich, dass ich zu viel auf einmal wollte und will. Auch haben sich meine Tätigkeitsvorlieben (auch beim Bloggen) fast komplett geändert. Begonnen habe ich mit der „Deutschen Literaturgeschichte“ hin zum Wissensgebiet der „Philosophie“, und im Moment sehe ich mich aber täglich malen und zeichnen. Ich arbeite gerade an einem Zyklus meiner „Seelenbilder“, der hier nicht zum Zeigen gedacht ist. Dann häkle ich sehr viel um einen Ausgleich zur Seelenarbeit zu haben.

Zusammenfassend heißt das: Ich werde mir klar werden müssen, wo ich mein Hauptaugenmerk hinlege. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber, das lasse ich entwickeln, ohne Druck. Meine Seele darf hin spüren und darf sich frei entfalten. Eine Art von Metamorphose beschreibt am besten meinen jetzigen Zustand.

Hier nun mein persönliches Protokoll des heutigen Augenblicks:

Wie ist das so, gerade jetzt? Was beschäftigt mich?

Gerade jetzt, in diesem Augenblick…

  • denke ich,… dass eine Metamorphose sehr schöne Seiten haben kann.
  • freue ich mich… darüber, dass es mir wieder gut geht und dass ich sehr viel Hilfe von allen möglichen Seiten erhalten habe und weiter noch erhalte.
  • bin ich traurig… darüber, dass sich ein Bloggerkollege, der sehr intensive und direkte Texte bloggte, vom Internet verabschiedet hat. Ich wünsche ihm alles Gute. Ich versuche nun den folgenden Spruch zu leben:
    „Sei nicht traurig darüber, dass es aus ist, sondern freue dich darüber, dass es schön war.“
  • mag ich… die kühle Morgentemperatur, die durch mein offenes Fenster ins Zimmer kommt.
  • mag ich nicht… mich bewegen, weil der Morgen so wunderschön still ist. Ich sollte eigentlich schon draußen sein und walken gehen.
  • fühle ich mich… wieder recht gut.
  • trage ich… eine grüne kurze Hose mit bunten Tupfen drauf und ein rosa T-Shirt und … eine blasslila Blume im Haar.
  • brauche ich… noch etwas Zeit, um ganz wach zu werden. Ich habe heute Nacht sehr gut geschlafen.
  • höre ich… von draußen die Vögel zwitschern. Ein Vogel verschafft sich grade besonders Gehör, es dürfte eine Amsel sein, die da in allen Tönen ihr Lied singt. Außerdem höre ich grade intensiv Synthesizer-Musik. Den „Dance Macabre“ habe ich grade im Ohr.
  • lese ich… von Sara Baume „Die kleinsten, stillsten Dinge“.
  • trinke ich… Milchkaffee und einen frisch gepressten Orangensaft.
  • vermisse ich… meine Mutter sehr, sie war knapp einen Monat hier bei mir.
  • schaue ich… einige Filme auf Amazon-Prime.
  • träume ich… wieder einmal von einem Urlaub an der Nordsee in einem ganz kleinen Dorf.
  • bin ich sehr dankbar für… die enorme Hilfe, die ich während der letzten Wochen von allen möglichen Seiten erhalten habe. Auch habe ich eine neue Freundin kennenlernen dürfen, was eine große Bereicherung für mich ist.
  • ist mein nächstes Ziel… wieder einen geregelten Alltag zu schaffen.
  • bin ich glücklich, weil… es mir wieder gut geht und weil ich eine wunderbare Familie habe.
  • male ich… gerade wieder ein Seelenbild.
  • häkle ich… ein dunkelbraunes Deckerl für den neuen ovalen Glastisch meiner Freundin.
  • suche ich… alle möglichen Muster und neuerdings auch Schablonen für meine Zeichnerei.

MOMENTAUFNAHME 7.18

MOMENTAUFNAHME 9.18


Ich wünsche euch allen einen wunderschönen und achtsamen Sonntag.
Allen kranken und besonders auch traurigen, depressiven Menschen wünsche ich eine baldige Besserung!
Und den gesunden Leserinnen und Lesern wünsche ich, dass euer Zustand weiter bleibt!

Alles Liebe
Eure
Sophie

MALEN

MALEN 10.18 – Dissoziation

 

Liebe Blogfreunde!

Erst einmal möchte ich mich bedanken für die vielen motivierenden und mitfühlenden Kommentare, die mich zutiefst beeindruckt haben. (Es sind so viele, dass ich noch ein bisschen brauche, alle zu beantworten.)

Vielen Dank, dass ihr „da seid“.

Ich bin leidenschaftliche Bloggerin und bin eigentlich ein sehr positiver Mensch, nur manchmal, da erwischt es auch mich und ich sause in die Tiefe.

Eure Ratschläge habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Ich habe mir Musik ausgesucht, die im Moment gut passte und … ich habe mir dann einen Teil meines Inneren von der Seele gemalt. Das folgende Bild ist dabei entstanden:

20180402_dissoziation

Dissoziation
Faber-Castell Ecco Pigment Fineliner 0,3 und 0,5 auf 200 g Papier
29,7 x 21 (27 x 16,5) cm
© Sophie Atheo

—–

Nachdem ich das Bild fertiggestellt hatte, war mir etwas leichter. Es ist natürlich kein schönes Bild, aber es drückt einen großen Teil meines Seelenlebens aus.

Ich wünsche euch allen einen schönen Restfeiertag und viel Liebe und Heilung eurer sicher auch oft angeschlagenen Seelen.
Alles Liebe von
Sophie


MALEN 9.18 – Big Broken Heart

Diashow meiner Bilder

MALEN 11.18 – Träume und Wirklichkeit