THERAPIE

THERAPIE 9.19 – Therapieende und süßes Heim

 

Hallo Ihr Lieben!

So … lieber „ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“…

Nach zwei Wochen Therapie, erkenne ich, dass mein Weg ein anderer sein wird. Ich brauche Stille und Langsamkeit. Trotz der kurzen Zeit der Therapie habe ich viel für mich mitgenommen, viel Achtsamkeit mit mir und viel zu mir kommen und einige Skills zum Entspannen. Dass Musik mir so viel bedeutet war mir nicht klar. Ich habe aber auch gesehen, dass mich ein zu genaues in die Vergangenheit schauen massiv überfordert und nichts für mich ist.

So viel zum Therapieende.

Hach, wie ich das genieße, wieder in meinen vier Wänden zu sein. So ganz leise habe ich bemerkt, dass nun eigentlich so ziemlich alles in Ordnung ist. Das heißt, ich habe meine massiven Probleme gemeistert. Nach zwei Jahren intensivem Lösung-Suchens habe ich einen Seins-Zustand erreicht, der mich sehr glücklich macht. Dieser musste mir erst bewusst werden.

Einfach gesagt, ich habe für mich gesorgt. Nun werde ich das so gut es geht weiter tun.

Und … ich habe einiges vor … so wie es meine Gesundheit (Krankheit) zulässt.

Lasst euch überraschen – ich werde berichten…

—–

Eine gute und stille Nacht Euch allen da draußen.
Das wünscht Euch
Eure Sophie


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THERAPIE

THERAPIE 8.19 – Walken am Morgen

 

Hallo Ihr Lieben!
Heute nehme ich euch ganz einfach mit zum morgendlichen Walken:

Es ist grade dreiviertelfünf Uhr früh, als ich aus dem Klinikgebäude trete. Kühle Luft streicht mir über die Wangen. Einen Moment bleibe ich stehen, um dieser Berührung Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist gut, denke ich. Ein bisschen spüre ich noch nach in mein Inneres. Ein Lächeln macht sich breit auf meinem Gesicht. Ein kurzes Wohlgefühl erspüre ich in meinem Bauch. Aber gleich bin ich wieder bei meinen Gedanken und Fragen von gestern. ICH?…

Dann marschiere ich los.

Ein Zwiegespräch entsteht in meinem Kopf. Der Verstand sagt mir, ich solle etwas fühlen. Ja … ich fühle schon etwas. Aber lieber ist es mir, unterhalb des Kopfes Regungen nicht zuzulassen. Habe aber gelesen, dass genau darin das Problem liegt. Ich spüre noch mehr hin: Und ich bemerke, dass für mich Körperregungen sehr negativ behaftet sind.

Einfacher ist es für mich, wenn ich komische Zustände nicht zulasse, wenn ich mich in meinem Kopf befinde … ja, das mag ich. Gedankenspiele finde ich toll. Ich lasse meinen Körper nicht sprechen. Ich beherrsche ihn.

Und genau da erahnt mein Kopf, dass da etwas nicht stimmt, dass ich genau da ansetzen muss. Das wiederum löst einen weiteren Gedankenkreisel aus, dass mir ganz schwindelig wird.

Ich will davon wegkommen und lenke meine Gedanken direkt ins Jetzt auf meine Füße, die sich abwechselnd nach vor bewegen. Gleichmäßig schreite ich dahin.

Langsam gelangt meine Aufmerksamkeit auf die mich umgebende Natur. Dusterlich ist es noch, der Himmel wolkenverhangen und es beginnt zu regnen. Ich lasse das Klinikgelände hinter mir, überquere die Straße und tauche ein in eine triefend nasse Pflanzenwelt. Von den Bäumen tropft es mächtig herab. Schwere volle Wassertropfen fallen auf meine Kappe. Ich höre sie aufprallen.

An der Wehrbrücke angelangt, übertönt das Tosen des Wassers sämtliche anderen Geräusche der Fauna und Flora, wie das Vogelzwitschern oder den Laut, der sich ergibt, wenn der Regen auf die Blätter der Bäume trifft.

Nichts anderes als das Rauschen des Wassers ist da. Ich gehe über die Brücke, halte kurz an und schaue in eine braun- bzw bronzefarbene Brühe umgeben von weißem Schaum an beiden Ufern.

Kein Lebewesen ist zu sehen. Wo sind die Enten, die tagsüber in dem Bach schwimmen? Wahrscheinlich schlafen sie noch. Oder sie sind schon am Klinikgelände unterwegs um sich Futter zu holen. Eine Kollegin füttert nämlich die Tiere mit Äpfel und Haferflocken.

Ich gehe noch bis zur nächsten Holzbrücke und lasse das laute Rauschen hinter mir. Gleichmäßig schwingen meine Zellen zum Marsch.

Dann kehre ich wieder zurück zur Klinik und starte in den Tag, voll von Neugierde auf das was heute kommen mag…

—–

Wenn ich meinen Tag weiter verfolge, merke ich, dass ich über bestimmte Dinge einfach nicht oder noch nicht schreiben kann. Er war sehr heftig, dieser vergangene Tag. Es tun sich im Moment viele Fronten auf. Natürlich kann ich nicht gleichzeitig in allen Gedanken sein, die ich habe. Ich muss filtern. Das fällt mir noch schwer. Was ich damit sagen will, ist, dass ich mir sehr gut überlege, was und wann ich was hier mitteile. Mein Ziel ist nicht, alles zu benennen und meinen Rucksack hier abzuladen. Ich möchte lieber etwas Positives da lassen. Manchmal auch etwas Lustiges oder Nachdenkliches. Viele von Euch kennen viele Gedanken schon lange, während ich erst jetzt darauf stoße. (Also, wenn es langweilig wird, einfach weiterspazieren.)

Die Therapie ist sehr hart und es geht einem so gut wie täglich an die Nieren. Also, wenn ich Positives schreibe, dann deswegen, weil ich mich gerne in diesem Bereich aufhalte. Negatives darf sein, aber ich konzentriere mich mehr auf das was gut ist, was einem beflügelt und weiter bringt.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Abend mit viel Bei-Sich-Sein und Achtsamkeit Euch selbst gegenüber.

Alles Liebe von Eurer
Sophie


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THERAPIE 7.19 – ICH?

 

Komme ICH zu mir?

Mache ICH Schritte auf mICH zu?

Auf sICH zukommen, geht das?

Wer oder was ist „mICH“?

ICH auf mICH zu gehen?

Sind das zwei Personen?

Wer geht wirklich wohin?

Gibt es ein ICH überhaupt?

Wer oder was ist ICH?

Oder, wo ist ICH?

In mICH hineinsehen?

Wie nach ICH suchen?

Ist ICH schon da?

Ist ICH zu erschaffen?

r a t l o s

v e r w i r r t

 


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THERAPIE 6.19 – Blumengarten

 

Hallo Ihr Lieben zu später Stund‘!

Heute war ein Tag mit ziemlichen Höhen und Tiefen. Ich versuche die Balance zu halten und lenke mich in den Pausen zwischen den Gruppen und Gesprächen ab mit Häkeln und Musik-Hören. So gelang es mir, einen Polsterüberzug für meinen Bruder fertig zu stellen:

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In der Achtsamkeitsgruppe haben wir uns heute einen imaginären Garten zum Ausruhen geschaffen. Ich hatte schon einen und baute meinen Garten aus.

Grundsätzlich habe ich in meinem Garten nur weiße Blumen. Eine Ausnahme gibt es aber – so als wären es Tupfen in dem Weiß habe ich roten Mohn gepflanzt.

Eine Vielzahl von Blumen gibt es da. Nelken, Rosen, Callas usw.

Im hinteren Teil des Gartens steht eine weiße gemütliche Polsterbank. Ein paar Birken sind hinter der Bank und werfen einen feinen Schatten auf diese. Zwischen durch die Blätter im Windspiel schaukeln ein paar Sonnenstrahlen auf und ab.

Ein Stückchen weiter spielen zwei weiße Tauben in einem marmornen Vogelbad. Ihr Spiel miteinander zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Anmutig und auch stolz präsentieren sich die zwei.

Am Rand des Gartens ist eine große Mauer, die weiß gestrichen ist. Die Mauer ist ringsum bedeckt von einem dunkelroten Ziegeldach um vor Regen geschützt zu sein.

Ein Tor gibt aus auch in der Mauer. Dieses Tor ist fest verschlossen und den Schlüssel dazu habe nur ich.

—–

Eigentlich verweile ich in diesem wunderbaren und friedlichen Garten ganz alleine,
ich lasse Euch aber gerne ein bisschen daran teilhaben.
Vielleicht habt Ihr auch schon einen derartigen Raum für Euch geschaffen.
Wenn nicht, macht doch einfach mit!

Alles Liebe für Eure Nacht wünscht Euch
Eure
Sophie


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THERAPIE 5.19 – Enten und Essstörung

 

Hallo Ihr Lieben!

Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch.

Ich komme grade von einem Spaziergang in der Sonne (inklusive ein bisschen Verweilen auf einer Bank).

Heute früh war ich auch schon eine halbe Stunde draußen. Ich ging eine Runde Nordic-Walken. Da ich im Moment sehr viel Hitze in meinem Körper spüre, empfand ich den kühlen Morgen als sehr wohltuend. Entsprechend meiner Therapie-Hausaufgaben konzentrierte ich mich ganz stark darauf, was ich in meinem Inneren spürte. Ich spürte ein angenehmes Gefühl in der Bauchgegend.

Dann sah ich sie, die kleinen Wesen auf dem Wasser. Da war schon mächtig was los. Enten waren da, sowohl männliche, als auch weibliche. Die männlichen Enten machten großes Geschrei. Bei näherem Beobachten merkte ich, dass drei Erpel vehement ein Weibchen und ein Nest verteidigten gegen einen Eindringling. Schon erstaunlich, was da abging.

Trotz des Kampfes, der da stattfand, war dieses Naturschauspiel einfach wunderschön zum Ansehen. Die Gefiederfarben der Wesen glitzerten durch die aufspritzenden Wassertropfen wunderschön. Die Morgensonne spielte mit all ihren unsichtbaren Tentakeln.

Und da war sie, die Freude, die ich schon länger nicht mehr so übergroß empfand. Freude und auch Begeisterung waren da.

Ganz beschwingt und voller Energie lief ich zurück zur Therapiestation. Da angekommen duschte ich und widmete mich dann mit allen Sinnen meinem Frühstück mit Müsli und Apfel.

Mit allen Sinnen? … Das versuchte ich zumindest bzw das will ich noch üben.

Lese grade zum Thema Ess-Störungen das Buch „Die Frau, die im Mondlicht aß / Die uralte Weisheit von Märchen und Mythen hilft Frauen, Ess-Störungen zu überwinden“ von Anita Johnston.

Anita Johnston, Ph.D, CEDS, ist klinische Psychologin und zertifizierte Fachärztin für Essstörungen und Supervisorin. Sie ist seit über 35 Jahren im Bereich Frauenprobleme und Essstörungen tätig (mehr über Anita Johnston).

Unter anderen Märchen ist in diesem Buch unter den ersten Kapiteln das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ zu finden, in dem zuletzt ein kleines Mädchen die Wahrheit aufdeckt.

Ich möchte zu dem Buch eigentlich nur noch das Folgende verraten:

Das Buch wird von mir nach drei Kapiteln als extrem lesenswert befunden. Insbesondere ist dieses Buch für Menschen, die mit einem gestörten Essverhalten zu kämpfen haben. In diesem Zusammenhang geht es unter anderem um die weiblichen und männlichen Elemente in uns, die aus der Balance sein können. Also auch ein Buch für Menschen, die nicht direkt an einer Essstörung leiden…

 

—–

Soweit mein heutiger Tageseinblick.
Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, aber … eins nach dem anderen!

Ich wünsche euch noch einen schönen Restsonntag mit so viel wie möglich Achtsamkeit mit euch selbst.

Alles Liebe
von eurer
Sophie
:)

 


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THERAPIE 4.19 – Neue punk-ige Frisur

 

Hallo Ihr Lieben!

Die letzten zwei Tage hatten es in sich. Ich kam einfach nicht zur Ruhe und tue mir auch jetzt im Moment während ich schreibe sehr schwer damit, zur Ruhe zu kommen. Habe schon alle möglichen Skills versucht und meine Bezugsschwester hat mir einen Entspannungstee gemacht. Trotz allem wollen sich meine Körperzellen nicht beruhigen. Ich habe das Gefühl, dass jede einzelne Zelle im Köper vehement schwingt und damit noch lange nicht aufhören will.

War heute beim Friseur. Habe mir eine punk-ige Frisur machen lassen. Total kurz und auf der linken Seite zwei rasierte Bögen von vorne nach hinten führend. Ich bin richtig begeistert. Als ich meiner Friseurin zeigte (Fotos auf Pinterest), welche Frisur es werden sollte, war sie richtig erfreut endlich mal eine kreative Frisur machen zu können. Und sie verstand ihr Handwerk. Die Typveränderung ist perfekt gelungen.

Nach dem Haarschnitt, ließ ich mich treiben und ging in den gegenüberliegenden Drogeriemarkt um nach Jahren wieder einmal mit der dekorativen Kosmetik Kontakt aufzunehmen und so zu schmökern. Und ich habe richtig zugeschlagen: Make-Up, Lidschatten, Lippenstift und auch neue Ohrringe waren dabei. Und noch einiges mehr.

Früher (vor dem Ausbruch meiner Krankheit, als ich noch arbeiten ging) schminkte ich mich jeden Morgen und war auch sehr bedacht, das Make-Up tagsüber wieder aufzufrischen. Das war schon ein ziemlicher Perfektionismus. Im Laufe der Krankheit hatte ich aber zunehmend keine Lust mehr und fand keine Veranlassung mehr mich zu „verschönern“. Ich schaute schon auf mein Äußeres, aber nur in Richtung Ordentlichkeit und Sauberkeit. Mich sozusagen zu „dekorieren“, oder Farben aufzulegen fand ich immer mehr sehr beschwerlich. Also ließ ich es sein … jahrelang.

Jetzt aber bewegt mich der Anfang der Therapie dazu, mir etwas Gutes zu tun bzw meine Ärztin sagte, dass ich das herausfinden soll, was etwas Gutes für mich ist. Und das Schminken gehört da definitiv dazu.

Auf der Station angekommen wurde ich von einer Krankenschwester nicht mehr erkannt. Hihi! War so ein richtiger Wow-Effekt. Die Frisur kam bei den Mitpatientinnen recht gut an. Eigentlich hätte ich mich lieber versteckt, da mir die ungewohnte Aufmerksamkeit sehr peinlich und unangenehm war, innerlich. Aber da musste ich durch. Das hatte ich selbst angezettelt. ;)

—–

Das war’s für heute!
Ich wünsche euch allen einen schönen Abendausklang.
Ich lasse diesen Abend buchstäblich ausklingen mit…

Katie Melua, Spiders Web

Gute Nacht und schlaft gut!
Alles Liebe von eurer
Sophie
:)


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THERAPIE 3.19 – Lob und ICH

 

Hallo Ihr Lieben!

Nun ist etwas Zeit vergangen seit meinem letzten Beitrag.

Ich bin seit gestern auf der Psychotherapiestation. Konnte mich endlich soweit stabilisieren, dass ich hierher kommen konnte.

Und es ging gleich so richtig los. Die Ärztin, die Therapeuten, die Schwestern wollen mich kennen lernen. Ich schaffte es jeweils in knapp einer Stunde einen fragmentarischen Abriss meines Lebens bzw meiner Erlebnisse zu formulieren. Und das muss man am Anfang durchlaufen. Es ist sehr aufreibend für mich. Meine Nerven liegen blank.

In der Achtsamkeitsgruppe um 8.30 Uhr wurden wir aufmerksam gemacht, dass der Mensch Lob braucht. Wir mussten unserem rechten Sitznachbarn ein Lob aussprechen, etwas, was uns an ihm gefiel bzw was man als besonders empfindet sollten wir ihm sagen. Das ist gar nicht so einfach, wenn man die Mitpatienten noch nicht kennt.

Ich habe mich so konzentriert auf das, was ich meiner Sitznachbarin sagen wollte, dass ich komplett vergessen habe, wofür mich mein linker Sitznachbar gelobt hat, oder was er an mir Positives fand. Schrecklich! Das geht gar nicht! Aber es ist so und hat mir gezeigt, wo ich stehe. Und zwar bin ich meistens im Menschen, der mir gegenüber ist. Sobald ich unter Menschen bin, starten meine „Chamäleon-Eigenschaften“. Das heißt, ich umschließe die jeweilige Person mit meinen Armen, nehme seine „Farbe“ an, bzw versuche ich das zumindest. Ich versuche vehement zu erspüren, was der andere von mir erwarten könnte, oder was ihm Freude machen könnte. Und ich versuche das dann zu geben.

Am Nachmittag hatte ich ein Gespräch mit meiner Therapeutin. Danach stand ich total neben mir und musste so heulen, ich konnte gar nicht mehr aufhören damit. Der Grund dafür war, dass sie mir sagte, ich solle mich während der Therapie nur auf mich konzentrieren und ich sollte keinen Kontakt zu den Täterpersönlichkeiten haben. Ich hatte seit einigen Tagen eine telefonische Verbindung zu einem der Täter. Er hatte mir geschrieben und ich rief ihn an. Total verrückt! Geht auch gar nicht!

Die Therapeutin erklärte mir, warum kein Kontakt so wichtig sei. Eben weil ich mich auf mich konzentrieren soll und ein Kontakt in Täterrichtung die Therapie schwer beeinträchtigen würde.

Ich habe dann den Täter angerufen und mich von ihm verabschiedet. Seine Reaktion war total unerwartet. Er sagte, er würde das verstehen und ich solle mich nur auf mich konzentrieren und er wünsche mir alles Gute.

Total baff war ich! Alles hätte ich erwartet, nur nicht so was. Mir war nur mehr zum Heulen. Eigentlich hätte ich mich vielleicht freuen sollen, darüber dass da so viel Verständnis rüber kam, aber vielleicht ist es von ihm auch nur eine Taktik, mich zu gewinnen. Ich weiß einfach nicht, was da genau passiert war… jedenfalls war die Verwirrung perfekt…

Ich holte mir Hilfe bei der Stationsschwester, obwohl ich da große Zweifel hatte, dass das ein richtiger Schritt wäre. Aber es war der richtige Schritt, sie bestätigte mir das. Und sie erklärte mir den Hintergrund, warum so ein Kontakt während der Therapiephase nicht sein darf.

Ich sollte mich auf mich allein konzentrieren (ich wiederhole mich). Ich sollte zu mir kommen. Ich sollte ganz ins Hier und Jetzt kommen. Das wiederholte sie mehrmals, sodass es auch bei mir ankommen konnte.

Nach dem Gespräch habe ich versucht, wenigstens einige Momente das zu erreichen … nicht in der Vergangenheit, nicht in einem anderen Menschen, ganz im jetzigen Moment zu sein. Leider klappte das überhaupt nicht. Ich spür(t)e mich nicht.

Im Moment bin ich ganz durcheinander. Ich habe Musik im Ohr, Vangelis untermauert mein trauriges inneres Befinden. Ja, traurig bin ich, sogar sehr, fast übermächtig ist die Traurigkeit. Sie bemächtigt sich meiner und begräbt mich unter sich. Wo ist mein ICH? Gibt es das überhaupt? Ist es da, und ich muss es nur finden, oder muss ein ICH erst entwickelt werden?

Viele viele Fragen, die ich gerne beantwortet hätte…

Aber ich bin sicher richtig hier auf der Psychotherapiestation. Ich hoffe, dass ich Antworten finden werde…

—–

Oh, wollte gar nicht so viel schreiben. Jedenfalls sage ich danke fürs Lesen bis hierher.
Habt noch eine gute Nacht.
Morgen ist ein neuer Tag, ein Neubeginn ist wieder möglich!

Alles Liebe
von Eurer
Sophie

 


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