THERAPIE

THERAPIE 2.19 – Freiheit und Mut

Hallo Ihr Lieben!

Da es mir wieder ziemlich schlecht ging (ich hatte eine gemischte bipolare Phase), bin ich seit letzten Sonntag wieder in der Klinik. Ich zitterte am ganzen Körper und konnte mich nicht mehr still halten, als ich wieder aufgenommen wurde. Meine Ärztin setzte daraufhin meine Antidepressiva herab und ich bekam mehr Schlafmittel (2 Dominal 80, 1 Trittico 150, 1 Buronil 25, 1 Zoldem). Seit dieser Medikation (seit gestern) kann ich wieder einigermaßen schlafen. Ich schlafe gut ein und schlafe dann bis 4.30 oder 5.00 Uhr. Da bin ich sehr froh darüber, habe ich doch in letzter Zeit oft nur zwei bis drei Stunden geschlafen.

Die Aufnahme an der Psychotherapiestation hat sich von 2. Mai auf 13. Mai verschoben.

Habe endlich meinen Computer im Krankenhaus aufgebaut, damit ich wieder schreiben kann. Habe grade große Lust zu schreiben, dieses imaginäre weiße Blatt mit Buchstaben zu verzieren.

Ein Thema das mich im Moment sehr beschäftigt ist, was ich doch für eine Freiheit gewonnen habe. Doch was fange ich nun an mit dieser Freiheit. Ich weiß nicht wohin mit mir. So viele Interessen wären da, aber ich habe keinen Plan. Fange das eine an, um gleich wieder zum anderen zu springen und das auch gleich wieder als fade zu empfinden. Ein neues Spielzeug muss her. Meine Bücher sind meine Lebensbegleiter. Die große Auswahl macht es im Moment für mich unmöglich, mich zu entscheiden.

Ist das so, wenn man die absolute Freiheit empfinden kann? Dass man dann nicht mehr weiß wohin damit? Das ist es nämlich, ich habe das Gefühl absolute Freiheit zu empfinden. Ich kann machen was ich will. Ich darf ich sein, ohne Einschränkung. Und doch, weiß ich nicht, wie ich ich sein kann. Eine große Leere macht sich in meinem Inneren breit.

Dabei müsste ich ja sehr zufrieden und glücklich sein. Es haben ausnahmslos alle Vorhaben, die ich im letzten halben Jahr in Angriff genommen habe, geklappt. Jetzt ist alles in Ordnung, mein Leben verläuft in geordneten Bahnen. Ich bin sparsam und lebe zurückgezogen. Einziges nach außen Gehen mache ich, wenn ich zum Kommunikationszentrum gehe.

Hier trifft man viele Menschen, gesunde, angeschlagene und psychisch kranke Menschen. Bei Kaffee und Kuchen lernt man sich ein stückweit kennen. Wobei Nähe fast nicht zugelassen wird. Und wenn man denkt, man ist jemandem näher gekommen, ist es bei der nächsten Begegnung wieder ganz anders, ja fast kühl. Und trotzdem zieht es mich dort hin. Ja, ich möchte auch dem Gegenüber diese Maß an Freiheit zugestehen, das ich habe.

Dadurch, dass ich bei den Zeugen Jehovas ausgetreten bin, habe ich meinen gesamten Freundeskreis verloren, da ein richtiger Zeuge Jehovas nicht in Kontakt treten darf mit „Ausgeschlossenen“. Ja, das bin ich, eine „Ausgeschlossene“ aus einer Gemeinschaft. Es tut etwas mit mir, dieses Gefühl, das das im Draußen sein begleitet. Es fühlt sich schlimm an und nagt in meinem Inneren. Aber andererseits bin ich froh im Draußen, da dort die unendliche Freiheit noch auf mich wartet bzw schon ein bisschen da ist.

Wie geht es Euch mit dem Freiheitsgedanken? Ist es überhaupt möglich absolute Freiheit zu empfinden, zu spüren? Ich habe dieses unendliche Gefühl der Freiheit in mir, so empfinde ich es zumindest. Aber ich denke, es braucht auch viel Mut, sich in diese empfundene Freiheit zu begeben, in ihr einzutauchen und aus ihr heraus Entscheidungen zu treffen.

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Also, alles Liebe euch allen da draußen und ganz lieben Dank für euer Vorbeikommen hier. Eure Kommentare bereichern mich so und bringen mich oft auf Gedanken, die ich von mir aus nicht denken kann. Herzliches Dankeschön dafür!

Alles Liebe von eurer
Sophie


THERAPIE Übersicht


 

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32 Gedanken zu „THERAPIE 2.19 – Freiheit und Mut“

  1. Irdische Freiheit, ja, das ist eine schwere Frage. Ein bisschen „ausgeliefert“ wird es sich wohl immer anfühlen. Schlechte Phasen dauerhaft verhindern, wär ne feine Sache. Wenn man es schon schafft, sie langsam zu reduzieren, schon mal ganz gut. Ein Anfang ! :) LG Joe

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  2. »Ja, das bin ich, eine „Ausgeschlossene“ aus einer Gemeinschaft. Es tut etwas mit mir, dieses Gefühl, das das im Draußen sein begleitet. Es fühlt sich schlimm an und nagt in meinem Inneren.« Vielleicht hülfe ja ein Perspektivwechsel: Du warst ausgeschlossen von der Freiheit und hast dich von Abgrenzendem/Einengendem befreit. Dass dich die neue Fülle „erschlägt“ ist nur allzu verständlich. Lasse die Dinge zunächst wie sie sind. Die neuen Möglichkeiten werden sich dann wie Konturen im Nebel zeigen und plötzlich klare Gestalt annehmen. Liebe Grüße, Bernd

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  3. Caro schreibt sehr einfühlsam. Ich muss es rauslassen, ich bin eher der „Rede-Typ“, wenn mich was belastet hat egal wann.
    Ehrenämter verbinden einen mit der Gesellschaft, immer wichtig für unsere Entwicklung. Doch nicht zu früh und vor allem nicht vereinnahmen lassen. Nur verlangt einem das meist Beständigkeit ab. Ich bin und war wann immer möglich, ehrenamtlich eingebunden, nämlich bis ich nimmer konnte. Deshalb lass ich jetzt alternativ junge Leute bei mir wohnen, dabei dreht es sich ja auch um ein soziales Projekt. Hoffentlich kann ich das noch möglichst lange … Jedenfalls folge ich damit auch einem Buch-Autoren, dessen Name ich nicht behalten habe, er meinte sinngemäß, daß er ohne soziales Engagement im Leben nie richtig weiter gekommen ist. In meinen unkonventionellen Worten: Damit verschafft sich der Mensch einen Bonus für sein Seelen-Konto.
    Sich dem Umwelt-Aktionismus, der Friedensbewegung oder einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, innerhalb man später wiederum anderen weiterhilft, zählt freilich auch dazu.
    Ich war auch ein junger Vogel, bin allerdings mit knapp 18 aus dem Joch meines Elternhauses verstoßen worden, dann hatte ich 25 Jahre lang keine Eltern mehr. Das war ein seltsames Gefühl, ich hatte etwas Angst, meine beiden Brüder auch verloren zu haben, bald stellte sich aber heraus, daß dem nicht so war. Auch alle meine anderen Familienangehörigen blieben mit mir verbunden. Bloß war ich dann hunderte Kilometer weg von ihnen … seufz bis heute noch …
    Junge Leute sind oft noch so schön ahnungslos, Freunde und Kollegen vermitteln unbewußt Zuversicht, also war das im Grunde meine einzige Chance,um mich weiterentwickeln zu können.
    Und jetzt nur einfach mal tief durchatmen: Werd wieder gesund, eines Tages sind wir eh alle ganz gesund, doch bis dahin umarme ich Dich fest und wünsche Dir nur noch wahre, aufrichtige Freunde. Ich vergesse Dich so schnell nicht – versprochen. :-)

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    1. Liebe Edith,
      danke für das was du mir geschrieben hast. Es gibt mir sehr viel, was du schreibst. Ich fühle mit dir!
      Das mit einem Ehrenamt, da bin ich am überlegen… Aber kann ich mir im Moment noch nicht wirklich vorstellen.
      Ich bin noch viel zu instabil. Ich besuche zur Zeit eine Kommunikationsgruppe in meiner Stadt. Das finde ich einen guten Anfang, da man nicht reden muss wenn man da ist, man kann auch die ganze Zeit über nur zuhören und lernt dabei enorm viel. Ich bin im Moment am Beobachten und Zuhören. Ich kann eigentlich nur simple Fragen beantworten. Mein Kopfkarussell lässt nichts anderes zu.
      Danke dafür, dass du mich nicht vergisst! Das ist schön!
      Alles Liebe dir Edith und liebe Grüße von Sophie :)

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      1. Es ist ein Glück, dass Dir die Medikamente bekommen. Und der noch relativ neue Kontakt zu Dir tut mir gut, er kann gern so aufrichtig und zu Herzen gehend bleiben, wie er ist. Ich vermute übrigens, Du bist jünger als ich, aber mußt mir nicht beantworten. Bin nur neugierig. ;-) Nochmals meine besten Wünsche und Grüße für Dich. :-)

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        1. Liebe Edith, es freut mich so, dass dir der Kontakt zu mir gut tut. Gerne bleibe ich mit dir in Kontakt, gerade weil er so ist, wie du beschrieben hast. Danke dir! Ich weiß nicht ob ich jünger oder älter bin als du, ich habe jedenfalls die „Halbzeit“ schon erreicht, genauer bin ich ein Jahr drüber. :) :)
          Und du? Musst auch nicht beantworten, wenn du nicht willst.
          Danke für deine lieben Wünsche!
          Alles Liebe für dich Edith, von Sophie :)

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  4. Liebe Sophie, danke, dass Du uns mitgehen lässt – für alles Geteilte – aus Deinen Zeilen lese ich immer wieder ein Vertrauen in das Leben, das Dir den Raum dafür öffnet.
    Ich muss an frühere Erfahrungen denken, an den inneren Einbruch meiner Welt mit 18 Jahren, es war eine schreckliche Erfahrung, wie femd im eigenen Haus zu sein, aber es war auch der Anfang von etwas, das sich bis heute durchträgt (ich bin heute 45 Jahre alt) – die Erfahrung, gehalten, aufgefangen zu sein. Ich erinnere an eine Autofahrt mit meiner Mutter an einem stralhenden Frühlingstag, ich konnte nur noch weinen – es waren „Geburtstränen“, ein liebendes von Du zu Du mit dem eigenen Leben.
    Und wann immer ein Verletztsein oder Angst aufkommt ist es wie ein Fallen in die Umarmung, die mich behutsam an das Leben zurückgibt.
    Liebe Sophie, ich wünsche Dir weiter die Erfahrung von liebenden Händen um Dein Leben, und Zeit, Dich beschenken zu lassen.

    Liebe Grüße an Dich
    Guido

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    1. Lieber Guido,
      was für liebe Zeilen von dir. Du hast mich sehr berührt.
      Ob ich „Vertrauen in das Leben“ habe? – Dessen bin ich mir nicht richtig bewusst – ich werde noch nachdenken darüber. Das Bild „Fallen in die Umarmung, die mich behutsam an das Leben zurückgibt“ ist wunderschön. Aber da tu ich mich sehr schwer, ich habe im Moment das Gefühl unendlich zu Fallen und das mit einer Geschwindigkeit, dass ich die Strohhalme für Halt, nicht wirklich ergreifen kann, außerdem würden sie brechen, wenn ich sie ergreifen würde, wegen dem schnellen Fall.
      Aber ich versuche nicht mutlos zu sein. Ich versuche offen zu sein um Dinge zu bemerken oder entdecken, denen meine Augen sich vorher verschlossen haben.
      Danke für deine tiefgehenden Zeilen!
      Alles Liebe und liebe Grüße auch Dir Guido von Sophie :)

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  5. Es ist einer der schwierigsten psychischen Unterfangen des Menschen seine absolute Freiheit zu ertragen. Darum verstehe ich dich gut.
    Für mich gelingt dies nur, indem man ein Urvertrauen aufbaut, in das man Teile seiner Freiheit abgeben kann. Das kann am besten Gott sein, aber auch sich selbst gesetzte Regeln und Ziele.
    So kommt Ordnung in diese Freiheit, es entstehen Prioritäten, sie wird mit Sinn erfüllt und sie erhält Richtung – hin zum Mitmenschen und seine eigene Entwicklung. So erlangt man auch Geduld mit sich selbst, mit dem anderen.
    Urvertrauen = ein bedingungslos geliebter Mensch zu sein und sich auch selbst lieben zu dürfen. Dazu braucht es zunächst keinen anderen Menschen.

    Ich wünsche Dir eine stete Besserung und die Erkenntnis geliebt zu sein – allein schon weil du da bist und zu schönen und wertvollen Dingen fähig.

    Servus

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    1. Vielen Dank für deinen Einblick in dein Seelenleben. Was ich mir nicht vorstellen kann ist Gott in dieses Denken mit einzubeziehen. Da geht es mir schon besser mit „sich selbst gesetzten Regeln und Zielen“. Das ist für mich real, das kann ich sinnbildlich greifen.
      Geliebt werden, das ist so eine Sache, da ist man wieder abhängig von anderen.
      Und sich selbst lieben, da tu ich mich sehr schwer, vielleicht hilft mir meine bevorstehende Therapie in diesem Punkt ein bisschen weiter.
      Alles Liebe Dir und nochmals vielen Dank für Deine Zeit die Du mir gewidmet hast.
      Lieben Gruß von Sophie :)

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  6. Es tut mir sehr leid, dass du so gebeutelt wirst. Schon für stabile Persönlichkeiten ist es ziemlich schwierig, ihre gewohnte Gemeinschaft zu verlieren. Ich denke, die Abgeschlossenheit der Zeugen hat genau die Angst vor der Verlassenheit zum Ziel, um Abtrünnigkeit zu vermeiden.
    Ich kenne Schockstarre und Richtungslosigkeit z. B. von Menschen, die ihre Arbeitsstelle verlassen haben, in der Anfangsphase. Und das, obwohl da meist noch eine Familie im Hintergrund ist, die allerdings oft auch als Hemmschuh erlebt wird.
    Um wieviel schwerer muss das alles für dich sein. Ich spüre bei dir die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, allerdings ohne Einschränkungen. So wie ich es aus der Ferne wahrnehme, musst du alles ohne Hilfe aufbauen. Was es zusätzlich schwierig macht ist die Tatsache, dass du meistens ganz für dich bist. Nun weiß ich nicht, ob du grundsätzlich lieber alleine bist oder sehr kleine Gruppen bevorzugst. Es wäre gut, wenn du (wieder) Lust bekämst, nach außen zu gehen, und sei es erstmal nur die Nachbarschaft, aber das kann man nicht erzwingen. Gleichzeitig scheinst du innere Ruhe zu brauchen – alles nur Vermutungen aus dem, was bei mir ankommt.
    Natürlich hab ich kein Rezept, kann nur von meiner Erfahrung berichten und hoffen, dass es dir was nützt. In Zeiten tiefster Verzweiflung und Sinnlosigkeit hat es mir immer geholfen, mir Ruhe gegeben, allein eine kleine Kapelle aufzusuchen und dort einfach nur zu sitzen. Das, obwohl ich so gar nichts von der Institution Kirche halte. Es waren der Geist und die Stimmen der vielen, die dort ihrem Kummer/Leid Raum gegeben haben, die mir vermittelten, dass ich nicht allein bin. Ich war immer noch einsam, aber nicht mehr allein. Mancher Schmerz war fühlbar so viel größer als meiner. Das hat mir Demut geschenkt und seltsamerweise auch viel Hoffnung. Ach, richtig erklären kann ich das gar nicht. Ich bin jetzt nicht wirklich zufrieden mit meinen Worten, lasse das aber mal so stehen.
    Hol dir alle Unterstützung, die du bekommen kannst. Und sag auch ruhig, wenn du nicht jedem immer wieder deine ganze Geschichte erzählen willst, wenn dich das zurück wirft. Du darfst jetzt sagen, fühlen, denken und bezweifeln, was du willst und das allein ist schon ein großes Geschenk. Auch wenn sich das im Moment nicht wirklich so anfühlt.
    Alles Gute für dich.
    Caro

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    1. Liebe Caro,
      ich habe mir deine Zeilen nun mehrmals durchgelesen. Du hast so viel Einfühlungsvermögen!
      Ja ich bin sehr gerne allein und wenn in Gesellschaft, dann nur zu zweien oder dreien. Mehr kann ich nicht verwalten, da die Gespräche an denen ich beteiligt sein darf oft sehr tief gehen. Und ja, ich brauche viel Ruhe um mich herum, und das weil es sehr laut ist in meinem Inneren. Da versuchen mehrere Persönlichkeiten in mir an die Oberfläche zu kommen, was ich bekämpfe. Aber es gelingt oft nicht. Und dann brauche ich meine Zurückgezogenheit, weil Kommunikation in solchen Phasen sehr schwierig ist.
      Ja, dass es kein Rezept gibt, das jetzt richtig ist, glaube ich auch. Aber es gibt Ansätze, die du mir mitteilst, die mir einen Anhaltspunkt geben.
      Am Klinikgelände gibt es eine kleine Kirche, da gehe ich öfters hin bzw hinein. Diese Ruhe in dieser Kirche ist übermächtig und überträgt sich in der Regel langsam auf mich, wenn ich drinnen sitze. Das hilft mir sehr.
      Das immer wieder seine Geschichte erzählen müssen ist wirklich ein Punkt, der mich schon sehr herausfordert. Ich habe dazu noch nicht nein gesagt. Fiel mir noch nicht ein, das Nein-Sagen dazu.
      Danke für deine Zeilen. Die Offenheit, mit der du schreibst beeindruckt mich sehr.
      Alles Liebe dir von Sophie :)

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      1. Es freut mich, wenn du in meinem Erzählen etwas für dich entdecken kannst. Ich halte nichts von: mach doch dies, mach doch das. Ich erzähle immer nur, auch von gemachten Fehlern.
        Was dem einen hilft, schadet dem anderen nur. Sich durch Thesen oder main stream führen zu lassen, ist z. B. so gar nicht meins. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Der darf auch ruhig von Widersprüchen geprägt sein und flexibel sein, wenn es am Ende passt.
        Ich habe im Lauf der Jahre viele Herausforderungen gehabt, viel Schlimmes und noch mehr Wunderbares erlebt und bin ein meist glücklicher, lebensfroher Mensch mit eingebauter Melancholie, die manchmal heftig auftritt. Sie gehört zu mir, aber sie bestimmt mich nicht. Doch lässt sie mich tief empfinden, was ich auch als Glück werte. Nicht zu vergessen die Stärke und Kraft meiner Großmutter, die mir vererbt wurden und die mir immer Beispiel war. Manchmal muss man Generationen zurück, um jemanden zu finden, der einem gleicht und dessen Beispiel Richtung/Stütze geben kann.
        Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und hoffe auf bessere Nachrichten – caro

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        1. Ja, das sehe ich auch so: „Jeder muss seinen eigenen Weg finden!“
          Dass Widersprüche auch da sein dürfen, fällt mir noch sehr schwer anzunehmen oder bei mir zuzulassen.
          Dass du trotz vieler schlimmer Erlebnisse so lebensfroh sein kannst, wie du es beschreibst, finde ich toll. Über die Melancholie muss ich mich noch etwas schlau machen – was diese Gefühlsregung alles ausmacht ist glaube ich nicht einfach mit Worten zu beschreiben. Kennst du das Gedicht von Gottfried Keller „Melancholie“. Hier der Link dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Melancholie_(Gottfried_Keller)
          Dass man bei den Großeltern oder Ahnen nach Richtung/Stütze sucht, kam mir noch nicht so in den Sinn. Vielleicht sollte ich da auch mal nachschauen.
          Lieben Dank für deine Vielseitigkeit, die sich für mich zwischen deinen Zeilen ausdrückt.
          Auch dir von Herzen alles Gute, liebe Caro.
          Alles Liebe von Sophie :)

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  7. Freiheit bedeutet auch ein Stück weit, in der Schwebe zu sein, den Boden unter den Füssen einer eigenen Vorstellung erst neu zu (er-)finden , nachdem eine Glaubensgemeinschaft einem diese ganzen Leitlinien aufoktroyiert hat, sicher ein Erlebnis, das dem eines Jungvogels, der aus dem Nest springt, recht ähnlich. Insofern scheint mir die Phase, die du gerade durchlebst, in gewisser Weise nachvollziehbar, denn selbst ohne den zusätzlichen „Turbo“ einer bipolaren Störung kenne ich aus eigenem Erleben Phasen von Schlaflosigkeit und Angst aus meiner eigenen Biographie, bei starken Verlusten von Sicherheit, und denke, es müsste einem eigentlich auch zugestanden werden, bei so fundamental starken Bewegungen Anzeichen davon zu erleben, wie man es auch einsehen muss, dass es besser ist, dann Hilfe zu suchen und anzunehmen. Darum berwundere ich dein Selbstverständnis, mit dem du deine persönlichen Umstände annimmst und bewältigst. Alles Gute für diese Phase und gute Erlebnisse wünsche ich dir!

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    1. Das mit dem Jungvogel, der aus dem Nest springt, diese Vorstellung finde ich schön und auch beängstigend.
      Danke, dass du mich in deine persönlichen Erfahrungen einblicken lässt.
      Ja, den Boden unter den Füßen wieder finden oder wie du schreibst neu zu (er-)finden, das wäre schon viel. Im Moment suche ich Strohhalme, die mir ein wenig den Weg weisen und hoffe auf Halt.
      Danke für deine lieben guten Wünsche!
      Auch dir alles alles Liebe von Sophie :)

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          1. ok, aber ich darf stolz auf Dich sein, dass Du soviele Herausforderungen gemeistert hast 🙂 ich mache in Hamburg Sitzmeditation in einer kleinen netten Gruppe mit Lehrer, da tauschen wir uns nach der Meditation auch immer aus, was sehr schön ist. Es gibt auch CD‘s und sicher auch Anleitungen auf youtube, allerdings kann ich mich allein zuhause nicht konzentrieren, ich gehe lieber zu meinem Lehrer.

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