ZITATE

ZITAT 23.18 – Kurt Tucholsky

 

Hallo Ihr Lieben!

Was mich gestern sehr beschäftigt hat, ist die Geschwindigkeit, mit der wir leben.

Ich hatte in den letzten neun Jahren fast ausschließlich mit kranken Menschen zu tun. In meinem gesamten sozialen Umfeld waren Menschen, die mit irgendeiner Krankheit zu kämpfen hatten (Depressionen, Krebs, Defizite im Bewegungsapparat, Alzheimer, Parkinson etc).

Seit gut einem Monat wohne ich bei meinem Bruder und habe engen Kontakt zu meiner Schwester und meinem Schwager. Alle drei im besten Alter stehen mitten im Berufsleben. Mein Bruder hat eine Firma, meine Schwester ist in einer Führungsposition in einem Unternehmen. Alle sind gesund, im Vergleich zu meinen früheren Kontakten.

Was mir vom ersten Tag an aufgefallen ist, seit ich in meiner neuen Umgebung bin, ist die Geschwindigkeit mit der meine Lieben leben. Diese Schnelligkeit zeigt sich im Denken und im Handeln dermaßen stark, dass ich oft nur still beobachten kann, wie in einer Stunde gefühlte tausend Dinge fast zeitgleich erledigt werden. Da ein Telefonat nach dem anderen, dort eine schnell geführte Unterhaltung und schon ist man wieder ganz wo anders.

Und da fiel mir vor ein paar Tagen folgendes Zitat von Kurt Tucholsky in die Hände:

20181208_kurt_tucholsky_nein

Trotz meiner Frühpensionierung 2006 versuche oder versuchte ich bis jetzt mit der heutigen Welt wo es noch geht mitzuhalten. Aber langsam kommt in mir der Wunsch hoch, einfach NEIN zu sagen: Nein, ich will nicht mehr im Leben hin und her jagen.

NEIN!

In meiner Welt gilt ab sofort mein eigenes Tempo als Richtschnur.
Das kann in bestimmten Momenten sehr langsam sein.
Und das will ich auch so.
Ich brauche diese Langsamkeit.
Ich schenke sie mir.

 

So viel für heute.
Es würde mich interessieren, was ihr euch so schenkt?
Oder auch denkt über Schnelligkeit und Langsamkeit?

Nun euch Lesern eine geruhsame und gute Nacht
von eurer
Sophie


ZITAT 22.18 – John Lennon


 

 

 

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33 Gedanken zu „ZITAT 23.18 – Kurt Tucholsky“

  1. Liebende Sophie in Ihrer Welt

    Mir ergeht Es wie Dir
    Die Zeit rast rein quantenpysikalisch beschleunigt
    Auf Ihr kollabierendes Ende zu

    Die Lebensgier vieler Menschen
    Drückt dies unbewusst aus

    Denn Sie empfinden das baldige Aus
    Und zwingen noch jedes Wollen
    Jede Begierde hinein um
    In Torschlußpanik den Restabverkauf
    Der Alten Welt gewinnbringend einzufahren

    Der Preis ist ein zerrüttetes Nervensystem
    Seelenfragmentierung geistige Verwahrlosung

    Ruhe Unendlichkeit liegt im Zentrum der Speichen
    In der Nabe des jagenden Rades geborgen

    danke
    Dir Joaquim von Herzen

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  2. Der Bauer Pachom kauft ein Stück Land und wird Gutsbesitzer. Er ist „stolz und glücklich“. Doch sein Sinn für Eigentum ist geweckt. Mit seinen Grundstücksnachbarn verfeindet er sich wegen kleiner Flurschäden, die ihnen an seinen Feldgrenzen unterlaufen. Er wird auch bestohlen. Den Dieb kann er nicht überführen, seine Klage wird abgewiesen. „Nun war Pachom mit den Richtern und den Nachbarn verzankt. Die Bauern drohten ihm mit dem roten Hahn.[1] So hatte Pachom zwar auf seinem Grund und Boden genügend Raum, doch in der Gemeinde wurde es ihm zu eng.“

    Ostwärts, im Landesinneren, ist gutes Land preiswert zu kaufen. Nachdem er dieses Gerücht überprüft hat, veräußert er seinen Besitz und siedelt sich vierhundert Werst[2] östlich der Wolga an. Pachom lebt jetzt „zehnmal besser“ als zuvor. Doch es gibt reichere Bauern als ihn. In dem Drang, sich zu vergrößern, überwirft er sich auch hier mit seinen Nachbarn. Da hört er von einem durchreisenden Kaufmann, man könne billig gutes Steppenland bei den Baschkiren kaufen, noch weiter im Osten. Pachom reist mit seinem Knecht fünfhundert Werst zu den Steppenbewohnern. Er wird in ihrem Zeltlager freundlich aufgenommen und darf so viel Land kaufen, wie er von Sonnenaufgang bis -untergang zu Fuß umrunden kann. Mit der Bemessung seines künftigen Besitzes überschätzt Pachom allerdings seine Kräfte. Er bricht vor Erschöpfung tot zusammen, nachdem er endlich ein sehr großes Stück Land umschritten hat, weil er zuletzt, bei sinkender Sonne, verzweifelt gerannt ist. „Der Knecht nahm die Hacke, grub Pachom ein Grab, genau so lang wie das Stück Erde, das er mit seinem Körper, von den Füßen bis zum Kopf, bedeckte – sechs Ellen –, und scharrte ihn ein.“

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  3. Eigentlich ist es traurig, dass man von Egoismus redet, wenn man die eigenen Bedürfnisse meint. Kann man seine Liebe denn nicht erst dann wieder verschenken, wenn man genügend Energie gesammelt hat, um überhaupt abgeben zu können? In Ruhe findet man zu sich selbst, man erneuert sich. Ich halte das nicht für Egoismus, sondern für Notwendigkeit. Ein großes Einatmen vor dem Ausatmen.
    Anschaulich beschrieben wird das in „Offenbarungen im Zeitreisehaus“ .
    (Magischer Realismus oder magisch verpackte Philosophie.)
    Das Buch ist eben erschienen und in einer Woche kommt das Ebook in den Handel für ein vorübergehendes Einstiegs-Sonderangebot von 99 cent. Beschnuppern kann man es hier:
    https://buch-offenbarungen-mara-stein.jimdofree.com/
    Liebe Grüße allseits

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      1. Auch dir ein gesundes neues Jahr, das viele Erkenntnisse bringen mag.
        Hier noch ein passendes Zitat von Khalil Gibran:
        „Die Einsamkeit ist ein Sturm der Ruhe, der alle unsere toten Äste reißt.“
        In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine Rundum-Erneuerung.
        Herzliche Grüße und eine Hand voll griechischer Sonne !
        Mara

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    1. Ganz lieben Dank dafür, dass du fragst, wie es mir geht. Ich schreibe erst jetzt, weil ich wirklich Zeit für meine Antwort haben wollte. Mittlerweile bin ich bei den Zeugen Jehovas ausgetreten (dh ich habe den Brief abgeschickt). Ich hatte den Brief abgeschickt und drei Tage später war ich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen (das wird da öffentlich bekannt gemacht in der „Versammlung“). Es ist seit August so viel passiert, dass ich erst jetzt zu mir komme. Am 3. August musste ich in ein Frauenhaus flüchten, dann sind mir die Bestrahlungen zu viel geworden und ich verbrachte die letzten vier im Krankenhaus. Dort sah man meine Medikamente durch, es wurde ein Psychiater hinzugezogen, mit dem Ergebnis, dass ich in die Psychiatrie zwecks Tabletteneinstellung überstellt wurde. Dann schwere Depression mit Suizidversuch. Ich wollte einfach nicht mehr. Aber ich hatte eine sehr sehr gute Psychotherapeutin, die mir langsam über einige Wochen half, wieder Lebenswillen zu entwickeln. Auch das gesamte Klinikpersonal war dermaßen freundlich und umsichtig, dass es dann wieder aufwärts ging. Dann Anfang Dezember, Scheidung. Übersiedelung zu meinem Bruder, der mich total auffing. Hier wohne ich jetzt. Aber ab Februar habe ich wieder eigene vier Wände.
      Was meinen Brustkrebs betrifft, nehme ich nun Tamoxifen ein und habe erst im Juli wieder einen Kontrolltermin.
      Irgendwie ist diese Erkrankung noch nicht bei mir angekommen. Das ging alles so schnell. Und ich hatte so viele Schwierigkeiten zu meistern, dass ich gar keine Zeit hatte darüber richtig nachzudenken. Aber jetzt wo ich in Ruhe und Stille bin, wird mir erst alles so richtig bewusst.
      Liebe …, jetzt habe ich viel erzählt.
      Nun meine Frage an Dich – wie geht es Dir?
      Alles alles Liebe nach Hamburg von Sophie :)

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      1. Liebe Sophie, diese Frage – wie geht es Dir – hat es in sich, wenn man sie genau anschaut. Das tun wir auch bei der Meditation; es ist ein in sich Hineinhorchen. Das ist wirklich sehr viel, was Du die letzten Monate durchmachen musstest. Und ich bin so froh zu lesen, dass Du das alles gemeistert hast! Du kannst wirklich sehr, sehr stolz auf Dich sein. Die Strahlentherapie hat mich letztes Jahr auch herausgefordert; wie oft lag ich nachts weinend im Bett und hab mir gesagt, dass ich da am nächsten Tag nicht mehr hingehe. Um dann doch wieder ins Taxi einzusteigen und hinzufahren. Aber Du hast das jetzt alles hinter Dich gebracht. Tamoxifen nehme ich auch – bis auf Hitzewallungen merke ich nix – und positiv gesehen: die Nebenwirkung zeigt an, dass die Tabletten wirken. Also: mir geht es gut (bis auf etwas Stress bei der Arbeit). Und ich hoffe, dass Du ein ganz tolles Jahr 2019 haben wirst und uns hier auf dem Laufenden hältst! Ganz liebe Grüsse aus Hamburg, Anja 😘

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          1. Liebe Sophie, danke Dir auch für Deine guten Wünsche. Ich gehe dienstags zur Sitzmeditation – Sitzen in der Stille. Mit Lehrer und drei Mitschülern. Das ist wirklich super; auch weil es eine kleine und achtsame Gruppe ist. Wir machen erst 30min stretching, dann 2x30min Meditation, dazwischen 10 Minuten schweigend Pause. Und morgen werden wir das bei einem Mitschüler zuhause machen, da er uns danach zum Essen bei sich eingeladen hat 😊

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  4. Liebe Sophie.
    Wie Michael schon schrieb: Nein sagen ist sehr wichtig. Ich konnte dies schon immer gut.

    Jeder soll machen und tun wie er/sie möchte. Bei mir ist es manchmal auch hektisch, das bleibt nicht aus. Aber ich brauche auch Ruhe und Zeit für mich. Und die nehme ich mir, ganz egoistisch. Ist aber gesünder so zu handeln.

    Liebe Grüße, Nati

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