OHRENSESSEL-GEDANKEN

OHRENSESSEL-GEDANKEN 15.18 – Der erste Weihnachtsbaum

 

Still steht er da, geschmückt von ihrer liebevollen Hand mit Silberkerzen, Glitzerkugeln und Lametta. Es ist ein ganz besonderer Baum. Wunderschön dicht sind seine Zweige. Der, der ihn ausgesucht hat, hatte Ahnung von Bäumen, möchte man meinen. Dabei, war es sein erster Baum.

Er ist über 40 Jahre alt und kommt aus einem anderen Land. Es ist nicht seine Tradition, einen Weihnachtsbaum auszusuchen und aufzustellen. Aber seiner Frau zuliebe macht er das.

Seine Frau hat den Baum dann so schön geschmückt, dass er ehrfürchtig vor ihm steht.

Die Baumschmückerin wurde vor Jahrzehnten als Kind in ein fremdes Land entführt. Sie gehörte damals einer Glaubensgemeinschaft an, wo Weihnachtsbäume verpönt waren.

Heute, da sie auch die 40 schon überschritten hat, ist sie auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln. Die fremde Tradition hat sie kennengelernt, aber ihre eigene wurde ihr genommen.

Das Lied „Stille Nacht“ zu singen, das wäre zu viel gewesen.

Aber Geschenke liegen unter dem Baum, so will es die Tradition, dass man sich gegenseitig beschenkt.

Vor dem Geschenke verteilen und auspacken gibt es ein gutes Mahl.

Er und sie haben sich auch zwei Gäste eingeladen – ihre Schwester und seinen Cousin aus einem anderen fremden Land. Auch für die beiden ist es ein erstes traditionelles Weihnachten.

Mit Musik und erwartungsvollen Gesichtern werden dann die Geschenke ausgetauscht. Was ist das für eine Freude.

 

© Sophie Atheo

OHRENSESSEL-GEDANKEN


 

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MUSIK

MUSIK 12.18 – Lauren Daigle

 

Hallo ihr lieben Nachtfalter!

Habe grade einen wunderbaren Song im Ohr:

Ich wünsche euch Nachtschwärmern auch so viel Gefallen an dem Lied, wie ich es habe.

A guats Nächtle euch allen von
Sophie


MUSIK 11.18 – Caro Emerald


 

FOTOS

FOTO 4.18

20181222_libelle

Hallo ihr lieben Nachtschwärmer!

Gerade vorhin habe ich aus meinem Fotofundus ein ganz besonderes Foto wieder entdeckt. Das Bild entstand an der Donau Nähe Linz. Um diese Libelle in die Kamera zu bekommen, musste mich ein Freund halten, damit ich nicht ins Wasser fiel. Also mit einer Hand hielt ich mich an einem Freund fest und mit der anderen Hand führte ich die Kamera so nahe wie möglich an die Libelle heran. Klick. Und weg war sie.

Ich freute mich riesig, als ich das Ergebnis sah.

Euch allen schöne und friedliche Festtage!
Alles Liebe
von eurer
Sophie


FOTO 3.18


 

KURZE ZEILEN

KURZE ZEILEN 2.18 – Neuanfang

 

Neuanfang

Bin im hohlen Raum
entwurzelt bin ich ganz
Lichter seh‘ ich kaum
vorüber ist der Glanz

Still ist es geworden
Worte hallen nach
Schmerzen überborden
Gedanken liegen brach

Fragen über Fragen
Gefühle, die nicht wollen
Zeilen, die nichts sagen
Immer wieder ‚sollen‘

—–

Hinfort mit diesem Kram
der doch nur bremst
Versinke doch in Scham
da du mich so verkennst

Ich nehm mir Sonne in mein Herz
sodass ich alles hier verschmerz

 

© Sophie Atheo

KURZE ZEILEN 1.18 – Ich geh‘ einfach


 

MOMENTAUFNAHMEN

MOMENTAUFNAHME 13.18

Hallo ihr Lieben!

Es ist wieder einmal Zeit für mein persönliches Protokoll des heutigen Augenblicks:

Wie ist das so, gerade jetzt? Was beschäftigt mich?

Gerade jetzt, in diesem Augenblick…

  • denke ich… Langsam, langsam, langsam Sophie.
  • freue ich mich… sehr auf meine neue Wohnung in der neuen Stadt, die ich am 1. Februar 2019 beziehen werde.
  • habe ich Angst… davor, dass ich mir selber im Weg stehe.
  • mag ich… den Kontakt zu meiner Schwester sehr. Ich hatte sie jahrelang nicht gesehen. Sie hat sich extrem weiterentwickelt. Ich staune immer mehr, zu welcher Persönlichkeit sie geworden ist.
  • mag ich nicht… dass ich im Moment so viel Schlaf brauche. Da bleibt so wenig Zeit fürs Tun. Aber wahrscheinlich brauche ich das nach all den Turbulenzen in der letzten Zeit.
  • fühle ich mich… aufgehoben und aufgefangen von meinem lieben Bruder.
  • trage ich… ein schwarzes T-Shirt und meine Lieblings-Glitzer-Jean.
  • brauche ich… sehr lange für jede Tätigkeit.
  • höre ich… Vangelis.
  • lese ich… von John Strelecky „Das Café am Rande der Welt“ und von Otto Fränkl-Lundborg „Was ist Anthroposophie?“
  • trinke ich… gerne Kirschtee.
  • vermisse ich… doch eigene vier Wände, aber das kommt ja bald.
  • schaue ich… viel Netflix-Thriller.
  • träume ich… von meinem total selbst bestimmten Leben, das ich ab Februar haben werde. Ich werde viel schreiben und viel studieren (Philosophie und Literaturkunde). Dann werden diese Rubriken hier auf meinem Blog endlich wieder wachsen.
  • bin ich sehr dankbar dafür, dass… meine Familie wieder ein großes Stück näher zusammengerückt ist. Und ich bin dankbar dafür, dass mich in der schweren Zeit ein Frauenhaus aufgefangen hat. Da sind total engagierte Frauen, die da sind für einem und dich überall hin begleiten und dir durch die Schwierigkeiten hindurch helfen.
  • ist mein nächstes Ziel… mich mehr zu bewegen und gesünder zu ernähren. Einen fixen Plan habe ich dann ab 1. Februar: In der Früh auf und raus, mindestens eine halbe Stunde bewegen. Dann Frühstück holen – nur das was ich auch an diesem Tag esse. Dann ausgiebig frühstücken und nur mehr etwas Obst tagsüber. Abends nichts. So wird für mich der buchstäbliche Weg täglich zum Ziel.
  • bin ich glücklich, weil… ich geschieden und jetzt frei sein kann und der extremen Umklammerung und der enorm krankmachenden Existenzangst und noch vielem mehr so entflohen bin.
  • male ich… ein färbiges Tropfen-Bild.
  • häkle ich… bunte Patschen mit Mascherl für mein Schwesterherz.
  • suche ich… noch die richtige Kleidung für draußen. In der Stadt wo ich jetzt wohne, sind die Temperaturen etwas kälter, dh mehr nach Zwiebelmanier anziehen ;)

—–

So, das wär’s wieder einmal.

Ich wünsche Euch allen in dieser eigentlich hektischen Zeit (so empfinde ich es)
Ruhe, Zweisamkeit, Besonnenheit und auch Zeit zum Zu-Sich-Kommen.

Also, alles Liebe
von eurer
Sophie


MOMENTAUFNAHME 12.18


 

FOTOS

FOTO 3.18

20181215_weisse_winterprachtFast kein Laut ist zu hören in dieser stillen Winterpracht. Ich spaziere durch den Wald. Nur meine Schritte unterbrechen die Ruhe mit einem Knacken aus dem Unterholz. Lautlos fallen hier und da ein paar Schneeflocken von den Bäumen. Ich atme die frische  Winterluft tief ein. Und eine sonderbare Glückseligkeit bemächtigt sich meiner…

Ich wünsche Euch lieben Lesern auch so einen Moment!
Alles Liebe von eurer
Sophie


FOTO 2.18

Foto 4.18


 

ZITATE

ZITAT 23.18 – Kurt Tucholsky

 

Hallo Ihr Lieben!

Was mich gestern sehr beschäftigt hat, ist die Geschwindigkeit, mit der wir leben.

Ich hatte in den letzten neun Jahren fast ausschließlich mit kranken Menschen zu tun. In meinem gesamten sozialen Umfeld waren Menschen, die mit irgendeiner Krankheit zu kämpfen hatten (Depressionen, Krebs, Defizite im Bewegungsapparat, Alzheimer, Parkinson etc).

Seit gut einem Monat wohne ich bei meinem Bruder und habe engen Kontakt zu meiner Schwester und meinem Schwager. Alle drei im besten Alter stehen mitten im Berufsleben. Mein Bruder hat eine Firma, meine Schwester ist in einer Führungsposition in einem Unternehmen. Alle sind gesund, im Vergleich zu meinen früheren Kontakten.

Was mir vom ersten Tag an aufgefallen ist, seit ich in meiner neuen Umgebung bin, ist die Geschwindigkeit mit der meine Lieben leben. Diese Schnelligkeit zeigt sich im Denken und im Handeln dermaßen stark, dass ich oft nur still beobachten kann, wie in einer Stunde gefühlte tausend Dinge fast zeitgleich erledigt werden. Da ein Telefonat nach dem anderen, dort eine schnell geführte Unterhaltung und schon ist man wieder ganz wo anders.

Und da fiel mir vor ein paar Tagen folgendes Zitat von Kurt Tucholsky in die Hände:

20181208_kurt_tucholsky_nein

Trotz meiner Frühpensionierung 2006 versuche oder versuchte ich bis jetzt mit der heutigen Welt wo es noch geht mitzuhalten. Aber langsam kommt in mir der Wunsch hoch, einfach NEIN zu sagen: Nein, ich will nicht mehr im Leben hin und her jagen.

NEIN!

In meiner Welt gilt ab sofort mein eigenes Tempo als Richtschnur.
Das kann in bestimmten Momenten sehr langsam sein.
Und das will ich auch so.
Ich brauche diese Langsamkeit.
Ich schenke sie mir.

 

So viel für heute.
Es würde mich interessieren, was ihr euch so schenkt?
Oder auch denkt über Schnelligkeit und Langsamkeit?

Nun euch Lesern eine geruhsame und gute Nacht
von eurer
Sophie


ZITAT 22.18 – John Lennon