LITERATURKUNDE

LITERATURKUNDE 3.17 – Der ABROGANS – Die früheste deutsche Überlieferung (Beginn der Althochdeutschen Literatur)

Hallo ihr lieben Buchnerds!

Ich habe nun lange hin und her überlegt und viel abgewägt, wie und womit ich hier in das Thema Deutsche Literaturgeschichte einsteigen soll. Die Entscheidung fiel dann darauf, erst mal über die früheste deutsche schriftliche Überlieferung, die noch existiert, zu berichten.

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Es handelt sich dabei um die sogenannte

ABROGANS-Handschrift oder auch
ABROGANS CODEX genannt.

Dieses „erste deutsche Buch“ ist eine Abschrift eines lateinisch-althochdeutschen Glossars oder Synonymwörterbuches. Es ist das älteste erhaltene Buch in deutscher Sprache, das laut dem Germanisten em. Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Göttert (Uni Köln) um 780 entstanden ist. Aufbewahrt wird das Buch in der Stiftsbibliothek von St. Gallen (Codex Sangallensis 911). Es ist fast vollständig erhalten und besteht aus 143 Fragmenten. Weitere davon gibt es in der Pariser Nationalbibliothek (9), in der Landesbibliothek Karlsruhe (15) und seit 2012 auch in der Bibliothek des Benediktinerklosters in Admont in Österreich (2, siehe https://www.welt.de/kultur/article164539142/Das-aelteste-deutsche-Buch-hat-zwei-neue-Seiten.html).

Dieses Wörterbuch enthält eine Liste von ca 4000 lateinischen Wörtern. 2000 schwierige lateinische Wörter (vor allem biblisches Latein) werden 2000 anderen gängigeren oder volkstümlichen lateinischen Wörtern gegenübergestellt. Also Latein neben Latein. Der Verfasser hat dann neben die lateinischen Wörter deren deutsche Entsprechung gesetzt, das sind fast 4000 deutsche Wörter (Beispiele davon gibt es hier aufgelistet). Zum Schluss war ihm noch etwas Platz geblieben, deshalb schrieb er noch das gesamte Vaterunser in Deutsch auf – die erste Fassung, die es gibt.

„Der Abrogans bietet ein gewaltiges Material für die Sprachwissenschaft, das bis heute noch nicht vollständig ausgewertet ist. So gibt es etwa 700 Wörter, die sonst in keinem anderen althochdeutschen Werk mehr auftauchen.“  (https://de.wikipedia.org/wiki/Abrogans#cite_note-1)

Hier nun Fotos von dieser Handschrift, die ich auf e-codices.unifr.ch gefunden habe:

Abrogans ist nicht der originale Titel des Buches. Diesen Namen erhielt es nach dem ersten Wort der Liste (abrogans = humilis/bescheiden, demütig).

Lina Sahne von kunstplaza.de schreibt dazu: „Manchmal ist auch vom Keronischen Wörterbuch die Rede weil der Benediktinermönch Kero als Verfasser gilt. Das ist aber schon wieder nicht ganz sicher, auch der Südtiroler Geistliche Arbeo von Freising könnte der Verfasser sein. Fast einig ist man sich auf jeden Fall darüber, dass der Abrogans im altbairischen Bistum Freising entstand, das eben diesem Arbeo unterstand, der dort von 764 bis 783 Bischof war.“ (http://www.kunstplaza.de/kunstwerke/der-abrogans-unser-erstes-deutsches-buch/)

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So … ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen.
Ich wünsche euch noch einen schönen Tag mit möglichst vielen Lesestunden und verbleibe mit herzlichen Grüßen
Eure
Sophie

 


Quellen:

 

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2 Gedanken zu „LITERATURKUNDE 3.17 – Der ABROGANS – Die früheste deutsche Überlieferung (Beginn der Althochdeutschen Literatur)“

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